Guido Tschugg fährt eMountainbike??? Der Name Guido Tschugg steht für Action, Adrenalin und Speed. Kaum ein anderer Biker in Deutschland hat es auf den Trails dieser Welt, so krachen lassen wie der Allgäuer. Bislang ist er der einzige Deutsche, der je an der RedBull-Rampage teilnehmen durfte. Guido Tschugg gehört also zu den harten Jungs…und heute? Seit Anfang des Jahres steht Tschugg bei Haibike unter Vertrag und schwärmt für eMountainbikes.

Guido Tschugg fährt eMountainbike

Guido Tschugg fährt eMountainbike

Es fühlt sich irgendwie komisch an, da sitzt einem Guido Tschugg zum Interview gegenüber und das Thema sind eBikes! Ich denke mir, was um Himmels Willen ist in den Typ gefahren? Guido Tschugg fährt eMountainbike…warum steigt jemand von einer Downhill-Rakete auf einen Rollator für Senioren? So richtig erklären, kann er es nicht, aber man merkt schnell, da brennt jemand für das Thema.

Viele sagen von vornherein…nee, so ein eBike, das ist nix für mich. Aber jeder der auf einem eBike mal gesessen hat, der sagt…wow, das ist ja richtig geil.

OR: Geil? Guido Tschugg fährt eMountainbike, was soll an so einem Bike geiler sein, als an einem normalen Rad. Wenn ich am Wochenende im Bikepark unterwegs bin, da brauche ich doch kein eMountainbike?

Das hört sich jetzt natürlich alles nach Faulheit an usw., aber es gibt viele Bikeparks, die gar keine Liftanlage haben. Wenn man jetzt zum Beispiel schaut, Finale Ligure, ist eines von den besten Gebieten in Europa, Laatsch in Südtirol, die haben alle keine Liftanlage. Da musst du entweder mit dem Auto shutteln, oder mit dem Rad hoch fahren. Und da bietet sich eine richtige Downhill-Maschine mit E-Motor an.

OR: O.k., da hat er Recht, aber überzeugt bin ich immer noch nicht und das sieht man mir auch an. Gerade bevor ich meine nächste Frage stellen kann, wird Guido Tschugg konkreter…

…ein gutes Beispiel für die Vorteile eines eBikes habe ich vor kurzem beim „After-Office-Ride“ im Bikepark Samerberg erlebt. Der Lift dort braucht 14 Minuten bist du oben bist, wenn du die gleiche Strecke mit dem eBike hochfährst, bist du in sechs Minuten oben. In 1 ½ Stunden habe ich mit einer Akkuladung sechs Fahrten hoch und runter gehabt. Derjenige der ein Liftticket gekauft hat, schafft dagegen maximal drei Fahrten. Du kommst definitiv mehr zum Fahren. Am Ende war ich fix und fertig, weil ich 1 ½ Stunden Vollgas gegeben habe.

OR: …und das Bike fühlt sich dabei für dich genauso gut an, wie dein normaler Downhiller?

Klar…jeder denkt eBikes sind schwerfällig, doch weil der Motor ganz unten sitzt und auch der Akku zentral positioniert ist, liegt das Bike richtig satt auf dem Boden. Vom Grip her, hast du fast mehr Bodenhaftung als bei einem normalen Bike. Kurvenfahren mit einem eBike ist gigantisch. Insgesamt fühlst sich das Bike stabiler an, es vermittelt dir einfach Sicherheit.

OR: In einer kurzen Gesprächspause denke ich mir: Wow, Guido Tschugg füllt seine neue Aufgabe als eBike-Botschafter gut aus. Der Junge ist wirklich überzeugt von eMountainbikes. Deshalb kann ich mir die folgende Frage auch nicht verkneifen: Ist die Zusammenarbeit zwischen dir und Haibike nicht trotzdem nur ein guter Marketing-Gag?

Nein, gar nicht. Das ist ja nicht so, dass ich das wegen dem Geld mache, oder weil ich nichts anderes mehr kann. Die Erklärung ist einfach…Guido Tschugg fährt eMountainbike, weil er Bock drauf hat! Und ich möchte die ganze Geschichte anschieben. Ich kann bei Haibike Pionierarbeit leisten, das ist für mich eine neue Chance. Gerade haben die ein Signature-Bike nach meinen Wünschen aufgebaut – das Ergebnis ist der Hammer!

OR: Was glaubst du, wohin die Entwicklung geht. Wird es vielleicht einmal offiziell eBike-Rennen geben?

Kleinere Rennen gibt es bereits. Ich denke, dass sich über kurz oder lang in dem Bereich etwas entwickelt. Vor kurzem habe ich mich erst mit RedBull getroffen. Da haben wir darüber gesprochen, ob wir ein kleineres eBike Event aufziehen.

OR: Also gut, Marketing hin oder her, wer mitreden will, muss so ein eBike mal getestet haben. Und zumindest davon konnte mich Guido Tschugg locker überzeugen: Eine Testfahrt mit einem eMountainbike kommt auf die To-Do-Liste. 

 

 

Guido Tschugg

„Ich liebe die Geschwindigkeit“ – Guido Tschugg wollte als Kind eigentlich Motocrosser werden, genau wie sein Vater. Beim ersten BMX-Rennen fuhr Tschugg jedoch direkt auf den 2. Platz, deshalb blieb er beim Fahrrad, wechselte mit 24 Jahren aufs Mountainbike und fuhr sich damit an die Spitze der internationalen MTB-Szene. Zwei Mal nahm Guido Tschugg als einziger Deutscher bei „Red Bull Rampage“, dem härtesten Mountainbike Freeride Event der Welt, teil. Sein Kindheits-Faible für motorisierte Maschinen ist geblieben. Auf seinem Bauernhof stehen eine Harley, drei V8-Trucks und ein Bagger. Auf dem Bagger sitzt er besonders gern, denn damit kann Tschugg nicht nur fahren, sondern auch shapen – so zum Beispiel die WM-Strecke in Leogang.
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Sportliche Erfolge

Weltcup-Sieg 2004
Dritter in der Weltmeisterschaft im 4-Cross 2006
Zweiter im Gesamtweltcup im 4-Cross 2008
Zweifacher Teilnehmer bei Red Bull Rampage als einziger deutscher Fahrer (2004 und 2008)

 

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About the author Sven Papendick rotate

liebt technische Trails, gute Outdoorausrüstung und Skandinavien. Sein Hilleberg hat ihn noch nie im Stich gelassen.

7 Comments

  • Sascha Tominschek 01/07/2017 at 15:37

    Also mich hat’s voll gepackt. Ebiken Is mal richtig gut! Cooler Beitrag von Euch!!!!

    • Sven Papendick 03/07/2017 at 08:59

      Servus Sascha,
      danke für dein Lob, das freut uns!
      Ja, so ein E-Bike ist schon faszinierend. Zuletzt hatten wir die Möglichkeit mehrere E-MTBs auf dem Trail (Uphill/Downhill) zu testen…unglaublich, wie satt die Bikes
      auf dem Trail liegen. Und wer glaubt, dass das nicht anstrengend ist, der sollte mal mit so einem E-MTB eine Runde in den Alpen drehen.
      Gruß Sven

  • Andreas Hackel 24/09/2015 at 00:19

    Egal wie ich’s gedreht und gewendet hab: Ein E-MTB macht doch einfach keinen Sinn!
    Aber ich geb mich geschlagen. Nichts für Faule, sondern ein sportlicher Lift-Ersatz
    Cooles Thema, cooles Interview. Bin gespannt auf das nächste!

    • Sven Papendick 24/09/2015 at 20:35

      Servus Andreas,
      den Aha-Effekt hatten wir auch. Wir freuen uns, das dir das Interview gefallen hat. Das nächste Interview ist schon in Arbeit.

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