Meine Mission als Profi-Snowboarderin ist beendet

Das Karriereende von Nicola Thost ist eine Überraschung, die Grande Dame des Snowboarders sagt Servus…Nicola Thost brachte Snowboarden mit ihrem Olympiasieg 1998 in die deutschen Wohnzimmer, sie heimste unzählige Covershots ein, sie hat das Freestyle-Snowboarden im Frauenbereich Ende der 1990er, Anfang der 00er Jahre auf ein neues Level gehoben und seit 2015 war Nicola erfolgreich auf der Freeride-Worldtour unterwegs. Im März 2017 entschied sie sich  ihre Profi-Snowboard-Karriere in Fieberbrunn zu beenden – dort wo sie vor 20 Jahren ihren ersten Halfpipe-Weltcup gewann.

Im Jahr 2003 das erste Karriereende nach drei Kreuzbandrissen. Nicola kündigte  ihre Sponsorenverträge, machte ein Studium zur Sportwissenschaftlerin und gründete mit Sprungbrett ihre eigenen Camps für den Nachwuchs. Das Snowboarden ließ sie aber nie ganz los: „2003, das war damals ein abruptes Ende, gezwungenermaßen verletzungsbedingt“, sagt sie heute dazu. „Ich habe das Snowboarden ja immer noch geliebt, aber ich konnte es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der bisherigen Form ausüben. Tja, und dann kam das Freeriden, was auf mich von Anfang an eine unheimliche Faszination ausgeübt hat.“

Nicola Thost: Viele Verletzungen, viele Schutzengel

Eher zufällig kam Nicola 2015 zur Freeride World Tour und mischte dort mit ihrer kreativen und powervollen Fahrweise die Freeride-Elite auf. „Vergangenes Jahr hatte ich dann wieder eine sehr schlimme Verletzung – gebrochene Halswirbel – und verdammt viele Schutzengel. Die Saison verbrachte ich dann mit Reha.“ Doch dieses Jahr war sie wieder dabei und wurde bei den Stopps in Andorra Zweite und Achte und in Fieberbrunn, bei ihrem allerletzten Lauf, Fünfte. Als Vierte in der Gesamtwertung wäre sie für die Stopps in Alaska und Verbier qualifiziert gewesen.

Das Karriereende von Nicola Thost kam überraschend: Wie hast du die Entscheidung gefällt, jetzt aufzuhören?

„Ich habe das Gefühl, dass meine Mission als Profi-Snowboarderin erfüllt ist. Ich hatte großartige Erfolge, prägende Erlebnisse und konnte besonders die letzten Jahre auch der nächsten Generation viel mitgeben. Ich habe zuletzt als 16-jähriges Mädchen bewusst entschieden, dass ich Snowboarderin sein möchte – jetzt ist einfach Zeit für Anderes. Diese Entscheidung schafft Platz für so viel Neues und es fühlt sich gut an.“

Dabei bist Du bei der Freeride World Tour sehr erfolgreich…

„Ja, aber ich hatte diese schweren Verletzungen {neben den Kreuzbandrissen, und der Halswirbelverletzung, eine schwere Schulterverletzung} und es ist ja nicht so, dass ich nicht mehr Snowboard fahre. Ich glaube, wenn man älter wird, dann spielt die Komponente mit der Natur und den Bergen im Einklang zu sein, eine wichtige Rolle. Heute liebe ich es einfach, schöne Linien in den Berg zu ziehen.“

Nach dem Karriereende von Nicola Thost liegt der Fokus auf Sprungbrett

…mit Sprungbrett kannst Du Deine Leidenschaft auch weitergeben…

Sprungbrett gibt es jetzt seit sechs Jahren. Ich habe davor für Burton und RedBull Jugendcamps organisiert, das waren aber mehr Marketing-Aktionen. Ich wollte gerne etwas Nachhaltigeres machen, was speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern eingehen sollte. In den vergangenen sieben Jahren war das auch meine Hauptbetätigung, das Ganze aufzubauen und groß zu machen. Sprungbrett ist ein Herzensprojekt mit viel Potential – ohne Leidenschaft und viel Engagement würde es Sprungbrett nicht geben.

Danke Nicola für das Interview. Wir sind schon gespannt, wo wir Dich als nächstes treffen. Wer wissen möchte, wieder der Weg nach dem Karriereende von Nicola Thost weiter geht, der folgt ihr am Besten bei Facebook oder Instagram.

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Foto-Credits: Nicola Thost;  Titel Marco Freudenreich; S-W-Pic Mount Hood Pat Moore; Sprungbrett-Bild Mike Pilko


About the author Claudia Klingelhöfer rotate

träumt auch im Sommer manchmal von der perfekten Powderabfahrt, hat aber auch nichts gegen einen flowigen MTB-Trail und einen Sonnenuntergang mit Bergblick.

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