Sionyx – bunt, frech und irgendwie anders

Entspannt empfängt uns Sionyx-Gründerin Andrea Kämmerer an einem heißen Sommertag. SUP-Bretter, MTBs, Rennräder, Slackline alles griffbereit sitzt sie auf ihrer Terasse. „Ich hab mein Büro heute in die schattige Küche und nach draußen verlegt“, sagt sie und schon sind wir mittendrin im Thema. Sofort kommen wir ins Philosophieren über die Vor- und Nachteile eines Homeoffice und den Mut zur Selbstständigkeit. „Ich glaube, für die Selbstständigkeit braucht es nur im ersten Moment Mut und dann schwimmst du so mit, lernst, machst Fehler, lernst weiter, machst wieder Fehler usw. Diese Erfahrungen muss natürlich jeder selber machen. Bei mir war es jedenfalls so“. Dabei war bei der Sionyx-Gründerin der Cut ganz klar. Kämmerer kündigte ihren Job als Softwareentwicklerin und machte fortan „Mützen“ – gestrickt, gehäkelt und knallbunt.

„Eigentlich wollte ich gar nicht selbstständig werden, eigentlich wollte ich damals nur snowboarden gehen“

 

OR: Andrea, du bist mit Sionyx bereits im elften Jahr. 2014 hast du das 10-jährige Bestehen deiner Firma gefeiert. Die richtige Idee zur passenden Zeit?

Klar habe ich da den richtigen Zeitpunkt erwischt. Aber eigentlich wollte ich gar nicht selbstständig werden, eigentlich wollte ich damals nur snowboarden gehen. Aber dann habe ich mir gedacht, du kannst ja nicht einfach einen auf arbeitslos machen und snowboarden gehen. Dann habe ich mir gedacht, dann machst du das jetzt halt. Dann wurde aus dem Snowboarden nichts. Und ich bin da völlig reingerutscht.

OR: Du hast mit Mützen angefangen, heute verkaufst du auch Handschuhe und Socken…

…es geht nicht nur darum einfach Mützen zu machen. Man muss sein Unternehmen dann auch weiterentwickeln. Das meine ich damit, wenn ich sage, da schwimmst du immer so weiter

OR: Wie hast du entschieden, was auf Mützen und Stirnbänder in deiner Kollektion folgt?

Ich hab mir einfach gedacht, ich mache mit Sionyx sozusagen die erste Schicht, alles was direkt am Körper ist. Also Socken, Unterwäsche (und auch Handschuhe). So bin ich dem treu geblieben, was ich von Anfang an gemacht habe. Ich will nicht, wie viele auf jeden Zug aufspringen. Besonders wenn ich damit nichts anfangen kann. Es sollen Sachen sein, die ich selber trage.

OR: Und alles weiter in quietschbunten Farben….

Genau. Denn dunkle, gedeckte Farben sind doch langweilig. Klar haben mir die Leute immer mal geraten, nimm die Farbkombi oder diese. Aber eigentlich habe ich, wie bei allem anderen auch, auf meinen Bauch gehört. Und hab ich dann doch mal auf Trends geachtet, hab ich mich meistens geärgert. Die Farben bleiben bei mir bunt, unabhängig von allem anderen. Wenn ich ein pinkes T-Shirt anhabe, habe ich auch viel bessere Laune. Und wenn Leute sagen, das ist zu bunt, denen sage ich auch ‚wer bunt trägt, lebt länger’.

„Es sollen Sachen sein, die ich selber trage. Wenn das nicht von Herzen kommt, funktioniert das nicht“

 

Mützen und Socken von Sionyx

OR: Wie bekommst du deine Ideen, hast du eine Muse?

Nein, das brauche ich nicht. Die Ideen kommen immer, wenn ich meinen Kopf frei bekomme, zum Beispiel beim Fahrrad fahren oder wenn ich unterwegs bin. Selten im Büro. Ich habe immer meinen Block dabei, worin ich schnell meine Ideen aufschreibe oder skizziere. Zusätzlich fotografiere ich. Viele meiner Ideen wandern aber sofort in die Schublade, weil die Zeit noch nicht reif ist.

OR: Apropos Inspiration…du wohnst und arbeitest in Wolfratshausen (bei München). Nicht gerade ein Ort, wo das Leben pulsiert. Viele Designer entwickeln ihr Kreativpotential in der Großstadt…

(Andrea lacht)…Wolfratshausen ist wirklich nicht der Nabel der Welt, aber die Abgeschiedenheit hat keine Auswirkungen auf meine Kreativität. Ich habe das gemerkt, wo ich in Tschechien die Textil- / Designschule gemacht habe. Die Schule war in einem tristen Ort, du hattest nur deine Fantasie und ich hab dadurch so viele Ideen gehabt. Und dann bin ich nach Prag gegangen und wurde nur so erschlagen von Schaufenstern und allen möglichen Einflüssen. Dann habe ich plötzlich gemerkt, ich habe keine eigenen Ideen mehr. Es waren nur noch fremde Sachen, an die ich gedacht habe. Manchmal suchst du natürlich Inspiration in anderen Kulturen etc. Da recherchiere ich schon auch, bei Trachten zum Beispiel. Aber beeinflusst werde ich in Wolfratshausen modisch bestimmt nicht. (lacht wieder)

OR: Du hast gesagt, dass es wichtig ist, sein Unternehmen weiterzuentwickeln. Neben Sionyx hast du jetzt mit „Let´SUP“ eine neue Produktlinie. Die Ideen scheinen dir ja nicht auszugehen?

Ja, „Let´SUP“ wollte ich nicht in Sionyx integrieren. Ich habe gemerkt, dass das nicht funktioniert. Die Kunden (Händler) haben schon bestimmte Assoziationen, wenn sie an Sionyx denken und das sind nun mal Mützen und Socken. Bei Let´SUP geht es eben um SUP und da habe ich ein anderes Design. Da bekommst du T-Shirts, Longboards, Caps und bald auch eine Paddle Bag im Jungle Design.

 

Sionyx

Si-onyx (Si=Silicium)-(Onyx=schwarzer Edelstein)
Im Jahr 2004 wurde Sionyx Sportswear offiziell ins Leben gerufen. Angefangen hat alles mit gestrickten Mützen und Stirnbändern, später kamen noch Socken, Handschuhe etc. dazu. Seit dem ersten Tag stehen für Sionyx Qualität und Nachhaltigkeit der Produkte an erster Stelle. Sionyx verarbeitet ausschließlich Materialien von zertifizierten EU-Herstellern und setzt auf die Produktion innerhalb Deutschlands und der EU. Transportwege und CO2 Ausstoß werden so auf ein Minimum reduziert.

Teamfahrer(-innen)

Jochen Mesle (Freeski)
Jochens Website: www.jochenmesle.com

Isabella Laböck (Snowboard)
Isabellas Website: www.isabella-laboeck.com 

Sandra Börner (MTB-Enduro)
Sandras Blog: www.sandraboerner.de

Max Kroneck (Freeski)
Max bei Facebook: www.facebook.com/kroneckmax

It´s Pipe Time

It´s Pipe Time ist eine Herzensangelegenheit von Sionyx-Gründerin Andrea Kämmerer. Bei der von ihr ins Leben gerufenen Initiative geht es darum, das Pipefahren für Snwoboarder und Skifahrer zu fördern. „In Europa gibt es viel zu wenige Pipes. Dabei macht Halfpipe fahren so viel Spaß“

 


About the author Sven Papendick rotate

liebt technische Trails, gute Outdoorausrüstung und Skandinavien. Sein Hilleberg hat ihn noch nie im Stich gelassen.

3 Comments

  • Schöner Bericht! Freut mich, wenn so kleine Firmen erfolgreich sind. Klasse, das die Outdoorrunde darüber berichtet.

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