Wie lernen Kinder am besten Snowboarden? Dazu fragen wir am besten mal Nicola Thost. Warum? Weil Nicola nicht nur  Teilnehmerin der Freeride World Tour ist, gelebte Snowboard-Freestyle-Geschichte verkörpert mit Olympiasieg, zweifachem Titel bei den Burton US Open und mehrfacher Snowboarderin-des-Jahres-Auszeichnung; Nicola gibt ihr Wissen auch gerne und ohne Starallüren weiter. Schon seit mehreren Jahren veranstaltet sie mit „Sprungbrett –From Local to Hero“ eine Event-Serie für Nachwuchssnowboarder.

Flyer der Sprungbrett-Tourstopps

Das sind die Sprungbrett-Termine 2017

Für Nicola ist Sprungbrett ein Herzensprojekt:

„Sprungbrett gibt es jetzt seit sechs Jahren. Das habe ich mir jetzt nicht ausgedacht, dass ist vielmehr auf mich so zugekommen. Ich habe davor für Burton und RedBull Jugendcamps organisiert, das waren aber mehr Marketing-Aktionen. Ich wollte aber lieber etwas Nachhaltigeres machen, was speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern eingehen sollte.

In den vergangenen drei/vier Jahren war das auch meine Hauptbetätigung, das aufzubauen und groß zu machen. Ich sehe in Sprungbrett ganz viel Potential.“

In dieser Zeit hat die 39-Jährige natürlich auch ganz viel über Kinder und Snowboarden gelernt. Zwar wird nicht jeder in die Snowboardgeschichte eingehen wie Nicola selbst, aber darum geht es ja auch nicht. Es geht um Spaß und sowas wie die ‚Beste Zeit‘. Und wie lernen Kinder jetzt am besten Snowboarden? Hier kommen Nicolas Tipps für Eltern und Kids:

Kind beim Boardslide

Kinder lernen schnell – erst recht bei Sprungbrett

  1. Wann ist das beste Alter, um mit dem Snowboarden zu beginnen?

Das ist so fünf oder sechs Jahre. Ich finde es sehr wichtig, das Kinder die Möglichkeit haben spielerisch das Snowboarden kennenzulernen…und im Alter von fünf oder sechs Jahren geht das am Besten.

  1. Die Gretchenfrage an eine Snowboarderin: Ski oder Board?

Das ist egal…man sollte die Kinder entscheiden lassen, woran sie mehr Freude haben. Ich kenne viele, die mit Skifahren anfangen, einfach weil du beim Lernen stehst und du das Gefühl mit der Falllinie und mit dem Speed bergab kennenlernst. Das Snowboarden finden viele dagegen frustrierend, weil man ständig auf dem Boden sitzt. Mein Patenkind ist beispielsweise ein begnadeter Skifahrer und er hat einfach keine Lust, noch etwas Neues dazuzulernen. Das ist natürlich kein Problem für mich.

Nicola Thost lehrt Snowboarden

Lernen von der Legende; Fotocredit: Mike Pilko

  1. Oder doch beides?

Was ich klasse finde ist, wenn Eltern ihre Kinder nicht zu einer Sportart zwingen, sondern sie einfach machen lassen. Wenn Kinder mal auf Ski und einem Snowboard gestanden haben, dann werden sie sehr schnell sagen, was Ihnen mehr Spaß bereitet.

  1. Wie geht’s weiter?

Wenn Eltern selber keinen Spaß am Wintersport haben, dann ist das für die Kinder auch kein Beinbruch. Klar, ist es schöner, wenn die ganze Familie gerne Wintersport betreibt, doch es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.

Allerdings muss man schon sagen, dass das Kinder prägt, wenn sie gemeinsam mit den Eltern Wintersport betreiben. Der erste Impuls kommt meistens von den Eltern. Grundvoraussetzung: Das Ganze sollte spielerisch geschehen. Diese spielerische Herangehensweise ist bis zum zehnten, zwölften Lebensjahr wichtig.

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  1. Und wenn die Ambitionen größer werden?

Ich persönlich würde nie mein eigenes Kind dazu zwingen, Sportprofi zu werden. Auf der einen Seite musst du als Sportprofi auf vieles verzichten, auf der anderen Seite erlebst du Dinge, die andere nicht erleben werden. Als Elternteil würde ich versuchen, meine Kinder so viel wie möglich zu unterstützen: Sie sollen Selbstbewusstsein bekommen, sie sollen sich ausprobieren und sie sollen sich Dinge zutrauen.

Es ist wichtig, Kinder hinter den Kulissen zu tollen Persönlichkeiten zu erziehen und dann werden sie schon ihren Weg finden. Am Ende muss sowieso jedes Kind selbst entscheiden, ob es versuchen will, in seiner Sportart der Beste zu werden.

Danke an Nicola für die feinen Tipps. Übrigens Nicolas Sprungbrett-Camps sind meistens sehr früh ausgebucht, deswegen liked einfach die Sprungbrett-Facebook-Page oder bei Instagram und bleibt auf dem Laufenden über Tourstopps, freie Plätze und Co.

 Weiterer Tipp von Nicola: Wöchentliches gemeinsames Snowboarden und Camps für Kinder gibt es bei den Shred Kids in Kooperation mit Snowboard Bayern und dem deutschen Snowboard Verband. Unterstützt werden sowohl Sprungbrett als auch die Shred Kids von der Pleasure.

(Alle Fotos freigegeben durch Nicola Thost)

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About the author Claudia Klingelhöfer rotate

träumt auch im Sommer manchmal von der perfekten Powderabfahrt, hat aber auch nichts gegen einen flowigen MTB-Trail und einen Sonnenuntergang mit Bergblick.

2 Comments

  • Super Interview! Vor allem war für mich völlig neu, dass Kinder schon mit 5 oder 6 zum boarden beginnen können. Ein Traum für Daniel geht in Erfüllung 🙂 Ich habe bisher immer steif und fest behauptet, dass geht erst später…
    Liebe Grüsse in die Heimat
    Tina

    • Claudia Klingelhöfer 19/12/2016 at 10:24

      Hi Tina,
      vielen Dank. Tja, da kannst Du jetzt wohl nicht aus…;-) Aber Daniel muss jetzt natürlich auch noch mit Frau Holle sprechen, die ist da gar nicht so unwichtig. Ansonsten Skateboarden…geht auch in dem Alter!. Grüße an die Eidgenossen Claudia

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