http://outdoorrunde.de Wed, 22 Nov 2017 09:21:32 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 https://i0.wp.com/outdoorrunde.de/wp-content/uploads/2016/02/cropped-Logo-Outdoorrunde-Gelb.jpg?fit=32%2C32 http://outdoorrunde.de 32 32 Mountainbiker Rob J über Kinder-MTB, Pumptracks und Jugendcamps http://outdoorrunde.de/rob-j-ueber-kinder-jugendliche-lernen-mtb-pumptracks-und-jugendcamps/ http://outdoorrunde.de/rob-j-ueber-kinder-jugendliche-lernen-mtb-pumptracks-und-jugendcamps/#respond Mon, 13 Nov 2017 10:59:43 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4935 Wie Kinder und Jugendliche richtig Mountainbiken lernen, das kann Rob J ziemlich gut erklären. Der Mountainbike-Profi ist Vater von zwei Jungs und organisiert jeden Sommer in Saalbach-Hinterglemm ein eigenes MTB-Camp für Kids. Er ist also genau der richtige Ansprechpartner für den zweiten Teil unserer Serie zum Thema Kinder und Mountainbiken. Im Gepäck hat er ganz […]

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Wie Kinder und Jugendliche richtig Mountainbiken lernen, das kann Rob J ziemlich gut erklären. Der Mountainbike-Profi ist Vater von zwei Jungs und organisiert jeden Sommer in Saalbach-Hinterglemm ein eigenes MTB-Camp für Kids. Er ist also genau der richtige Ansprechpartner für den zweiten Teil unserer Serie zum Thema Kinder und Mountainbiken. Im Gepäck hat er ganz viele Tipps zum Thema richtiges Bike, Pumptracks, Trails, Jugendcamps und Bikepark für Kinder. 

Viele werden sich natürlich fragen, was seine Jungs für Räder haben. Sein großer Sohn ist fünf und hat ein Supurb Bo 20. Und der Kleine, 2, hat das Commencal-Laufrad vom großen Bruder geerbt. Ausflüge in die Isartrails und zu den Pumptracks in München sind für Rob J und seinen großen Sohn keine Seltenheit. Und da sind wir natürlich schnell ins Quatschen gekommen. 

Mtb-Kids von Rob J mit Bike / Laufrad

„Schau mal wie hoch Papa wieder springt“, Rob Js Mtb-Kids | Pic Rob J

Rob, wie wichtig ist ein gutes Bike für die Kids?

Es ist unwahrscheinlich, was die Geometrien bei Kindern schon alles ausmachen, zum Beispiel, ob das Rad einen steilen oder einen flachen Lenkwinkel hat. Das ist genauso wie bei uns. Bei einer guten Geometrie sitzen die Kinder viel besser im Rad und das macht den Unterschied aus, ob die Kinder sich wohlfühlen. Das habe ich bei meinem ersten Sohn schon beim ersten Laufrad und dann beim ersten Fahrrad gemerkt. Das sind viele Kleinigkeiten, die da wichtig sind, zum Beispiel ein breiter Lenker oder ein kurzer Vorbau.

Ich schaue natürlich auch, was es auf dem Markt gibt. Aber Räder die richtig passen, in Bezug auf  Geometrie und Größe, gibt es noch relativ wenig. Da tut sich erst in den vergangenen ein, zwei Jahren langsam was.

Auf was würdest Du beim Kauf denn achten? 

Natürlich ist es wichtig, dass die Räder möglichst leicht sind. Ein Knirps mit zehn, zwölf Kilo, wenn der mit einem Acht-Kilo-Rad herumfährt, ist das schon gewaltig. Das ist ja genauso, wie wenn ich mit einem 50-Kilo-Rad fahren müsste. Schwierig ist es natürlich, weil die Hersteller einen gewissen Preispunkt schaffen müssen. In puncto Geometrie geht es darum, dass die Kids im Rad hocken sollten und nicht obendrauf. Das gibt sonst gleich ein „kippeliges“ Gefühl. Letzten Endes muss es so passen, dass die Kids sich sicher fühlen und Spaß haben.

Rob Js Sohn Ruben mit seinem Superb-Mob lächelt in die Kamera | Pic by Rob J

Rob Js Sohn Ruben mit seinem Superb-Mtb | Pic by Rob J

Rob Js Sohn und das Superb BO20 im Wald | Pic by Rob J

Das Supurb BO20 | Pic by Rob J

MTB-Kid Ruben lernt Mountainbike fahren | Pic by Rob J

Mtb-Skills kann man gar nicht früh genug lernen | Pic by Rob J

Der fünfjährige Ruben auf den Münchner Isartrails mit seinem Mountainbike

Die Münchner Isartrails idealer MTB-Playground | Pic by Rob J

Brett Tippie hat uns gesagt, dass er dann gerne mit seiner Tochter in den Bikepark geht

…klar, in Kanada ist es gang und gäbe, dass die Fünf- bis Sechsjährigen anfangen, im Bikepark zu fahren. Bei uns gibt es nur sehr selten Strecken, die man mit den Kids fahren kann. Die Strecken sind meist zu anspruchsvoll. Aber trotzdem kann man mit den Kids viel machen. Mein Sohn hatte auch schon mit drei Jahren Lust, über Wurzeln und kleine Trails zu fahren. Das ging schon mit dem Laufrad los. Was sich auch gezeigt hat, dass er relativ schnell mit dem Material am Limit war. Steile Strecken konnte er gut fahren, aber die Bremsen (V-Brakes) konnte er aus Kraftgründen nicht richtig ziehen. Da wären dann schon Scheibenbremsen angesagt gewesen. Die sind leichter zu dosieren und haben eine größere Bremspower.

Pumptracks sind ja auch eine gute Alternative?

Wenn man die Möglichkeit hat, Pumptrack zu fahren, ist das ideal. Das geht schon mit dem Laufrad los. Das sollte jeder nutzen, bevor es auf die Trails geht. Und wenn die Kids dann fünf oder sechs werden, wird es richtig spannend. Dann gibt es auch wieder andere Bikes, kleine Fullies mit Scheibenbremsen. Und dann geht es auch im Gelände richtig los.

Mit MTB-Profis fahren, das ist ein Wahnsinns-Erlebnis

 

Sowieso erstaunlich, was die Kleinen teilweise schon können.

Bei den Kindern zeigt sich deutlich, dass viele nur durch das Material limitiert sind. Diese Erkenntnis setzt sich jetzt auch gerade erst durch. Gib den Kids gute Bikes und sie können wirklich früh schon im Gelände fahren. Natürlich muss die Ausgabe immer in Relation stehen. Wer die Strecken vor der Haustür hat, bzw. wenn die Strecken leicht zugänglich sind und wenn die Freunde auch Rad fahren, dann lohnt sich natürlich eine größere Investition in Sachen Mountainbike.

Und wenn die Kinder größer sind, geht’s in die Bikecamps…

…ich war selbst mit 15 Jahren das erste Mal in einem Bikecamp dabei. Das war für mich der Startschuss. Mit MTB-Profis fahren, das ist ein Wahnsinns-Erlebnis. Danach hatte ich auch meine ersten Bilder in einem Magazin, ich habe angefangen Rennen zu fahren. Und diese Welt hatte mir das Jugend-Camp eröffnet.

Rob J im BIKE Magazine. Er springt über einen Kicker | Pic Rob J

Rob J und sein erstes Pic im BIKE Magazine. Das Foto entstand bei seiner ersten Teilnahme am Jugendcamp | Pic Rob J

Jahre später wurdest du dann selber Coach?

Genau. Und dann hat es sich ergeben, dass ich ziemlich schnell die Organisation übernommen habe. Ich habe dann ein Team zusammengestellt. Auch wenn sich zwischendurch einiges verändert hat, gibt es das Camp jetzt schon 20 Jahre (Inzwischen ist es Robs eigenes Camp, Anm. Outdorrunde). Die Kinder sind zwischen 11 und 19 Jahren. Das Camp dauert eine Woche und ist ohne Eltern. Wir haben bis zu zehn Gruppen in dem Camp. Jede Gruppe hat einen Bike-Profi als Trainer. Das Können der Kinder sieht man schnell nach einer kleinen Sichtung und danach teilen wir die Gruppen ein. Wir lehren, angepasst an das jeweilige Gruppenlevel, alles, von den Basics auf dem Rad, bis zur Downhilltechnik. Da gibt es viele Jugendliche, die schon öfter dabei waren. Die fahren teilweise auch schon Rennen.

Legt ihr bestimmte Schwerpunkte?

Eigentlich wollen alle Kinder immer Springen lernen. Die stellen sich das dann auch immer leichter vor, als es ist (lacht). Aber die Kinder erkennen auch schnell, wo ihre Grenzen sind. Das dann sensibel zu begleiten, dass die Kids dann auch wirklich selber merken, „oh, das macht jetzt keinen Sinn, mich über einen Kicker zu schmeißen“, da setzen wir an. Denn wichtig ist, dass die Kinder selbst merken, dass sie erstmal Grundtechniken wie Kurven fahren, lernen müssen.

MTB-Coach Rob J erklärt die beste Line auf dem Trail

MTB-Training auf dem Trail heißt auch Zuschauen und Zuhören | Pic PBC

Und bei den besseren Fahrern?

Auch bei den guten Fahrern geht es ganz viel um Basic-Fahrtechnik. Das muss immer wiederholt werden, vor allem Kurvenfahrtechnik. Da legen wir wahnsinnig großen Wert drauf. Das bringt dich in deinem Riding auf das nächste Level! Aber das haben die Kids natürlich nicht auf dem Schirm. Kurventechnik kann Spaß machen und wenn das richtig funktioniert, ist das richtig geil.

Da braucht ihr aber eine gute Systematik?

Wir haben das so optimiert, dass wir jeden abholen können. Das schöne ist, dass Kinder alles viel schneller umsetzen können. Man fährt mit ihnen zwei Runs und bekommt richtig was zurück: „Kurvenäußeres Pedal nach unten, Ellbogen raus, Schwerpunkt bisschen verändern.“ –  „Das ist ja voll geil!“ Solche Reaktionen gibt es dann und ab dem Zeitpunkt merken sie, Kurven fahren, ist genauso cool, wie Springen.

Junger Mountainbiker beim Kurvenfahren

Kurventechnik beim Mountainbiken will gelernt sein | Pic PBC

Was ist Euer Anspruch bei den Camps?

Uns geht es darum, den Kindern Mountainbiken zu vermitteln und nicht irgendwie Slopestyle oder Freeride oder Downhill. Es geht um ein Mountainbike-Erlebnis. Mit der Umgebung in Saalbach haben wir ein Gebiet, das, besonders für die Kinder aus Hamburg oder Belgien usw., richtig beeindruckend ist. Die Kinder sind unter Umständen das erste Mal im hochalpinen Gelände unterwegs. Da wissen viele auch gar nicht, wie man sich verhält. Und deshalb sind sie mit viel größerer Aufmerksamkeit dabei als in irgendeinem Bikepark. Das macht einen riesengroßen Unterschied aus.

Darüber hinaus habt ihr noch ein Jugendcamp Plus?

Ja, das ist ab 16 aufwärts, bis 18 Jahre. Das läuft gleichzeitig. Das ist für fortgeschrittene Fahrer, da geht es um Renntechniken.

Rob J schaut sich bei jungem Mountainbiker die Haltung an

Vor dem ersten Drop muss die Position am Bike passen | Pic PBC

Da öffnet sich ja dann ein viel weiteres Themenfeld…

Mit diesen Teilnehmern machen wir beispielsweise auch Blackroll-Training, Athletiktraining usw. Gerade in diesem Alter haben viele einen richtigen Wachstumsschub, die Kids haben sich selbst nicht mehr unter Kontrolle. Unter Umständen ernähren sie sich schlecht und dann wissen sie durch die Pubertät nicht, wohin mit sich. Wir versuchen ihnen da das Gespür zu vermitteln, wo es bei ihnen fehlt. Viele können Kurven gar nicht richtig fahren, weil sie zu wenig Körperspannung und Muskulatur haben. Da geben wir dann die ersten Übungen mit. Die wenigsten kommen mit den Armen auf den Boden im Stehen. Da fehlt oft viel: Die Kids sitzen den ganzen Tag in der Schule, haben Druck und keine Zeit für Sport.

Was gibst Du dann den Bike-Kids mit auf den Weg?

Die meisten Kinder die nur Rad fahren, sind komplett verkürzt. Toll ist es, wenn die Kinder als Ausgleich beispielsweise Klettern. Das zeigt sich auch gleich bei der Muskulatur. Jeder, der klettert, oder auch schwimmt, oder turnt, steht ganz anders da.

So bin ich auch aufgewachsen – mit ganz vielen verschiedenen Sportarten vom Schwimmen, über den Kampfsport, bis zum Turnen. Das bringt auch für das Biken unheimlich viel.

Zwei MTB-Kids trainieren

Ausgleichstraining ist für Mountainbiker elementar | Pic PBC

Wie reagieren die Jugendlichen auf Hinweise in diese Richtung?

Das passt eigentlich. Wir erklären das den Kids, viele kennen Blackroll und Co beispielsweise aus Videos der Profis. Und sie merken dann schnell selbst, wie das wirkt. Wir hatten dann auch Blackrolls, die sie mitnehmen durften.

Wie siehst Du generell die Entwicklung im Bereich MTB und Kinder?

Grundsätzlich ist es Wahnsinn, wie die Kids mit elf oder zwölf teilweise schon fahren. Aber jetzt können die Kinder schon mit fünf oder sechs anfangen, das gab es vor zehn Jahren natürlich nicht. Interessant wird es deshalb, wenn die Kids, die jetzt fünf oder sechs sind, größer sind. Das wird nochmal ein komplett anderes Level sein. Momentan ist es ja so, dass die Zehn- oder Elfjährigen bei uns im Camp am Anfang stehen. Ich glaube aber, dass die Kinder, die jetzt fünf oder sechs sind, den etwas Älteren nochmal richtig um die Ohren fahren werden. Ein Beispiel, bei dem es jetzt schon so ist, ist Vali Höll (Jahrgang 2000). Die wurde von klein auf gefördert und ist jetzt schon als Junior-Coach für zwei Tage bei mir beim Camp dabei gewesen.

Wenn du davon ausgehst, dass sich das Level beim Biken nochmal extrem steigern wird, wo glaubst Du, gibt es eine Grenze, eine körperliche Grenze?

Ich glaube, dass es so gesehen, keine körperliche Grenze gibt. Es gibt höhere Schwierigkeiten bei den Sprüngen, größere Kicker und dann wird das Material wieder besser. Inzwischen sind die Sprünge viel besser gebaut als früher, es werden Downhill-Bikes für Riesen-Sprünge gefahren. Das war noch vor ein paar Jahren undenkbar. Und so wird die Entwicklung immer weitergehen. Klar, tut man sich dabei schneller weh (lacht).

Wer mehr über die Premium Bike Camps (PBC) von Rob J erfahren mag, klickt hier. Und wer jetzt noch Lust hat, Rob J in Action zu sehen, schaut sich The Syncronicles II an:

Euch hat der Beitrag gefallen? Hier geht’s zum ersten Teil unserer Serie „Kinder und Mountainbiken“ mit Brett Tippie. Er geht mit seiner Tochter auch gerne mal nachts fahren. Ach ja, dann haben wir da noch einen Bike-Test zum Kinder-MTB Canyon Offspring.

Und wer eine gute Übersicht über Kinder-MTBs im DACH-Raum sucht, der ist beim Kinderfahrradfinder sehr gut aufgehoben.

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Kinder-Mountainbikes: Ab welchem Alter sinnvoll? Tipps vom MTB-Profi http://outdoorrunde.de/kinder-mountainbikes-ab-welchem-alter-sinnvoll/ http://outdoorrunde.de/kinder-mountainbikes-ab-welchem-alter-sinnvoll/#comments Mon, 04 Sep 2017 21:14:03 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4834 Kinder-Mountainbikes – Ab welchem Alter sinnvoll? Auf was muss ich achten? Welche Bikes gibt es überhaupt auf dem Markt? Wie sorge ich dafür, dass sie am Mountainbiken Spaß haben? Fragen, die wir uns als begeisterte Mountainbike-Eltern gestellt haben. In den meisten Mountainbike-Magazinen ist darüber wenig zu finden. Da auch wir auf viele Fragen keine Antworten gefunden […]

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Kinder-Mountainbikes – Ab welchem Alter sinnvoll? Auf was muss ich achten? Welche Bikes gibt es überhaupt auf dem Markt? Wie sorge ich dafür, dass sie am Mountainbiken Spaß haben?
Fragen, die wir uns als begeisterte Mountainbike-Eltern gestellt haben. In den meisten Mountainbike-Magazinen ist darüber wenig zu finden. Da auch wir auf viele Fragen keine Antworten gefunden haben, haben wir uns die Mühe gemacht, dem Thema mal selber „auf den Grund“ zu gehen.
Den Anfang unserer mehrteiligen Interviewserie macht die kanadische MTB-Legende Brett Tippie. Der selbsternannte „Director of Good Times“ hat zwei Töchter im Alter von fünf und acht Jahren. Auch Brett Tippie hat sich vermutlich irgendwann einmal die gleichen Fragen gestellt wie wir. Wann und wie führe ich meine Kinder ans Mountainbiken heran und was muss ich als Elternteil beachten?

Brett Tippie im Outdoorrunde-Interview Brett Tippie im Outdoorrunde-Interview Brett Tippie im Outdoorrunde-Interview

Brett, ist die Familie Tippie bike-verrückt?

Oh ja, mit Sicherheit, aber der „Verrückteste“ bin ich! (lacht). Bei uns fahren alle Mountainbike, das ist Bestandteil unseres Lebens. Meine Frau Sarah hat 1986 ihr erstes Mountainbike bekommen, dementsprechend ist sie echt gut unterwegs und fährt gern mit dem Big Bike in Bikeparks. Und unsere zwei Töchter sitzen auch schon auf dem Bike.

Wann sollten Kinder mit dem Biken beginnen?

Wann haben deine Kids angefangen Fahrrad zu fahren?

Ich hab mit meiner älteren Tochter angefangen Laufrad zu fahren, als sie drei Jahre alt war. Allerdings hatte sie auch schon ein kleines Laufrad mit zwei. Mit dem ist sie immer im Haus umhergefahren und hat so die Angst verloren. Ein richtiges Rad hat sie dann mit vier bekommen. Mit fünf ist sie dann bereits die North Shore Trails und all die Wurzeln im Regen gefahren. Verrückt, oder? Aber für sie ist das total normal, so nach dem Motto: „ach ich geh mal Biken mit meinem Papa“. Jetzt ist sie acht und sie denkt, es ist normal am North Shore Nightrides zu fahren – im Matsch und im Regen.

Tochter Jessamy Tippie

Jessamy Tippie in Whistler BC | Pic by Brett Tippie | Quelle: Facebook

Dann ist eine Profi-Karriere ja schon vorprogrammiert? 

Selbstverständlich könnte ich sie pushen und ihr vielleicht die ein oder andere Türe auf dem Weg zu einer Weltcupfahrerin oder verrückten Freeriderin öffnen. Doch will ich das? Nein! Für mich ist es wichtig, dass meine Kinder am Biken Spass haben und es genießen in der Natur zu sein…und das sie weiter mit ihrem Dad fahren, dann nämlich muss nämlich ich keine teuren Babysitter anheuern (lacht).
Ich möchte einfach, dass meine Kinder erkennen, was sie für ein Privileg genießen, hier in B.C. (British Columbia) wohnen und biken zu dürfen. Und Biken hilft ihnen auch dabei, Freundschaften zu schließen. Hier gehst Du auch mal bei deinem ersten Date Skifahren oder Mountainbiken.

„Hockey-Dads“ sind die falschen Vorbilder

 

Viele Mountainbike-Eltern wollen unbedigt, dass ihre Kinder auch biken. Schnell werden Sie auf entsprechende Räder gesetzt. Ist das der richtige Weg?

Also, mein Traum war es auch, das meine Kinder einmal mit ihrem Dad biken gehen. Auch ich habe meine Kinder früh auf ein Bike gesetzt, das ist o.k. Doch wenn du deine Kinder auf das Rad drängst oder sie sogar zum Biken zwingst, dann machst du einen riesigen Fehler. Kinder wollen Spass haben, auch beim Biken. Bei uns in Kanada gibt es einen Begriff für Eltern, die versuchen ihre Kinder zu zwingen, dass zu machen, was sie auch gerne machen. Man nennt sie „Hockey-Dads“.

Jessamy Tippie

Da hast du wohl einiges richtig gemacht, als du deine Tochter ans Mountainbiken rangeführt hast. Was sind deine Ratschläge für andere Eltern?

Damit Ihr sicher sein könnt, dass Eure Kinder Spaß am biken haben, habe ich einige „Grundregeln“:

  • Sorgt dafür, dass eure Kids in ihrer eigenen Geschwindigkeit unterwegs sein können
  • Habt immer gute Kleidung dabei. Bei Regen und Wind sucht Unterschlupf
  • Kinder wollen Spass haben. Drängt sie nicht zu sehr und zwingt sie nicht zu etwas
  • Wenn eure Kinder keine Lust mehr haben, dann geht mit Ihnen nach Hause
  • Sucht euch heimnahe Strecken aus, so seid ihr schnell daheim, wenn eure Kinder müde
    werden oder sich verletzen
  • Macht keine „Übungen“ – Biken soll Freude machen!
  • Seid kreativ, spielerisches Biken macht Spass. Zum Beispiel mit kleinen Spielen wie „ich
    jage dich – du jagst mich“, oder wir schauen nach bestimmten Tieren, Blumen oder Pflanzen, oder wir machen kleine Rennen mit der Stoppuhr
  • Ohne Helm, Handschuhe und Schoner keine Ausfahrt
  • Sorgt dafür, dass eure Kids in ihrer eigenen Geschwindigkeit unterwegs sein können.

 

In Bikeparks sind man immer öfter Eltern mit ihren Kindern. Glaubst du, dass Bikeparks für Kids das Richtige sind?

Ja! Ich denke, das ist super, weil sie nicht rauftreten müssen. Kleine Kinder werden ja viel schneller müde, haben weniger Gänge und kleinere Räder. Da ist der Lifttransport in Bikeparks perfekt. Meine Tochter hat zwar eine Zwei-Gang-Automatik an ihrem Rad (zu dieser Zeit Rocky Mountain Vertex), doch sie will natürlich lieber bergab fahren. So fahren wir dann nach Whistler und wir beide haben unseren Spaß (lacht). Allerdings sind Bikeparks sehr befahren, haben Bremswellen und es ist teilweise etwas ruppiger…also, es gibt immer Vor- und Nachteile.

Ein leichtes Bike zahlt sich aus

 

Der Markt der Kinderbikes ist sehr übersichtlich. Die meisten Bikes sind schwer und viele Komponenten nicht gerade kinderfreundlich. Es gibt aber auch schon richtige tolle Bikes…wie wichtig ist das richtige Material bei Kinderbikes?

Auf der einen Seite ist das Material sehr wichtig. Es gilt: Je leichter, desto besser! Die Kinder sind ja selbst so leicht, also brauchen sie auch leichte Mountainbikes. Das macht einen großen Unterschied…

…ja, aber die leichten Bikes sind meist teuer. Das kann sich nicht jeder leisten.

Das stimmt, leichte Bikes sind teurer. Doch es lohnt sich. Viele Kids verlieren einfach die Lust, wenn sie ein schweres Bike haben. Du hast doch auch keine Lust, wenn du immer mit einem 18kg Monster fahren würdest!? Ein leichtes Kinderbike zahlt sich aus! Grundsätzlich gilt aber, so lange es Räder gibt, kannst Du damit eine gute Zeit haben.

Jessamy Tippie und ihr neues Bike

Jessamy Tippie und ihr Bike | Pic by Brad Tippie | Quelle Facebook

Wie hast du es bei deiner Tochter gemacht?

Als gesponserter Fahrer bin natürlich in einer besonderen Situation. Die Räder meiner Tochter sind leicht aber auch schon ziemlich gepimpt (lacht). Ihre Freundinnen haben kleine Prinzessinen-Räder und sie hat ein Full-Suspension-Bike mit pinken Custom-made Kurbeln und Nippeln und natürlich Material aus der kommenden Saison (lacht). Sie weiß nicht mal, wie viel Glück sie hat. Denn wie gesagt, hat sie ja neben dem Fully noch das Rocky Mountain Vertex Hardtail. Vielleicht wird sie das später mal zu schätzen wissen. (Brett Tippie fährt inzwischen für YT Industries; die Redaktion)

 

Wenn euch das Interview mit Brett Tippie zum Thema „Kinder-Mountainbikes – Ab welchem Alter sinnvoll? gefallen hat, dann könnte euch der Beitrag zum Canyon Offspring AL16 auch gefallen! Oder ihr schaut euch den zweiten Teil unserer Serie Kinder und Mountainbiken mit Pro-Biker Rob J an.

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MTB: Vali Höll und Anne-Caro Chausson über Schnelligkeit http://outdoorrunde.de/vali-hoell-und-anne-caro-chausson-mtb-und-schnelligkeit/ http://outdoorrunde.de/vali-hoell-und-anne-caro-chausson-mtb-und-schnelligkeit/#comments Tue, 27 Jun 2017 08:01:26 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4803 Vali Höll ist eines der größten Versprechen, die der Mountainbike-Sport hat. Schon im mittleren Teenageralter kennt sie in der Szene jeder. Downhill ist ihre Disziplin. Anne-Caro Chausson ist eine der größten Legenden, die der Mountainbike-Sport hat. 19-fache Weltmeisterin (Downhill, 4-Cross und Dual), Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen im BMX. ACC ist die beste Mountainbikerin, die […]

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Vali Höll ist eines der größten Versprechen, die der Mountainbike-Sport hat. Schon im mittleren Teenageralter kennt sie in der Szene jeder. Downhill ist ihre Disziplin. Anne-Caro Chausson ist eine der größten Legenden, die der Mountainbike-Sport hat. 19-fache Weltmeisterin (Downhill, 4-Cross und Dual), Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen im BMX. ACC ist die beste Mountainbikerin, die der Sport je gesehen hat.

Nach einer Krebserkrankung 2015 kehrte sie 2016 nochmal in den Rennsport zurück. Inzwischen ist Chausson zurückgetreten und für Commencal als Markenbotschafterin unterwegs. Diese neue Freiheit genießt sie unheimlich, sagt Chausson. Beim Bike-Festival in Riva guided sie zum Beispiel kurze Touren unter anderem zusammen mit Vali Hall, die im Spielberghaus in Saalbach-Hinterglemm aufgewachsen ist. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und beide mal gefragt, wie Schnelligkeit auf dem Mountainbike eigentlich wirklich geht. Wir haben ihnen dafür die Stichwörter

  • Kurventechnik,
  • mentale Stärke,
  • Linienwahl,
  • Talent oder Training,
  • Fahrstil und Alter vorgegeben und zum Abschluss wollten wir noch wissen, was Idole für sie bedeuten.

Anne-Caro Chausson und Vali Höll über

Kurventechnik beim Mountainbiken

Anne Caro Chausson

Anne-Caro Chausson: Um schnell zu sein, ist natürlich alles wichtig, du brauchst ein gutes Rad, gute Reifen, gute Fahrtechnik usw. Was die Kurven angeht, kommt es darauf an, ob es flache oder Steil-Kurven sind, oder welche in schräger Hanglage. Du musst einerseits so viel Geschwindigkeit wie möglich mit in die Kurve nehmen, andererseits so schnell wie möglich aus der Kurve rauskommen.

Es ist also immer ein Kompromiss. Ich persönlich habe ja nicht gerade einen „Crazy-Riding-Style“ mit vielen Slides und so weiter. Wenn man mich fahren sieht, wird man nicht sehen, ob ich gerade schnell fahre. Ich versuche meine Geschwindigkeit am Kurveneingang zu managen und dann habe ich das Ziel so schnell wie möglich aus der Kurve rauszukommen.

Da braucht es natürlich Erfahrung, um zu wissen, wie stark ich vor der Kurve wirklich bremsen muss. Das hängt natürlich davon ab, ob es eine felsdurchsetzte Kurve ist, oder ob es gerade nass ist. Das lernst du nur über Erfahrung.

Vali Höll

Vali Höll: Jeder kann Vollgas treten, aber wenn du schnell aus der Kurve rauskommst und dich da ein bisschen erholen kannst, ist das natürlich ein Vorteil. Da muss ich also besonders darauf achtgeben, das ich richtig und zum richtigen Zeitpunkt bremse. Mir kommt es vor, dass ich es eigentlich anders mache, als alle anderen. Eigentlich heißt es vor der Kurve bremsen und danach und ich bremse eigentlich immer in der Kurve (lacht).

Mentale Stärke und MTB

ACC: Mentale Stärke macht den Unterschied zwischen den guten und den sehr guten Fahrern aus. Jeder trainiert hat, hat gute Skills, kennt den Kurs. Aber die mentalen Fähigkeiten machen den Unterschied. Wie fühlst du dich? Was denkst du gerade? Deine Psyche ist das was den Unterschied mach – so viel ist sicher.

Bei mir persönlich kann ich das natürlich nicht erklären. Denn ich habe das einfach. Ich habe immer ganz gut trainiert und kann ganz gut fahren. Aber so lange da keine Zeitnahme ist, fahre ich nicht superschnell. Sobald es eine Zeitnahme gibt, kann ich mich gut pushen. Das ist etwas, was ich habe, seitdem ich sehr jung bin.

Das ist also auch nichts, dass ich ändern kann. Ich bin aber dafür eine sehr gestresste Person. Das wurde auch mit all der Erfahrung nicht besser. Für die Olympischen Spiele haben wir mit einem Mentalcoach gesprochen. Aber eigentlich wollte ich nicht viel ändern.

Den eigentlich ist ja ein Schlüssel meines Erfolgs, dass ich mich nicht verstelle, oder versuche eine Rolle einzunehmen.  Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert und einige haben mir für mein normales Leben ebenfalls geholfen, das ist nie verkehrt. Und schließlich geht es darum, dass du vor dem Rennen dich richtig fokussierst, da haben wir alle unsere Tricks.

VH: Mir geht es im Winter meistens am schlechtesten, wenn ich meine Konkurrentinnen zum Beispiel auf Facebook sehe, wie sie alle Radfahren gehen und ich bin da in so einem Tal, wo zehn Meter Schnee liegt, wo ich nur trainieren und auf der Rolle fahren kann. Das ist für mich am härtesten. Sobald ich wieder fahren kann, geht das dann vorbei und ich kann auch meine Bike-Pics posten (lacht).

Vali Höll: „Linienwahl macht beim Downhill 98 % aus“

ACC: Sie ist das allerwichtigste. Es hängt natürlich davon ab, was für ein Typ von Fahrer du bist, aber grundsätzlich ist sie so wichtig, weil du ja auch keinen Motor am Rad hast. Wenn du das Terrain richtig lesen kannst, wirst du schnell sein!

VH: Das macht, glaube ich, 98 Prozent vom Rennen aus. Eigentlich fahren fast alle die gleichen Linien im Rennen, aber es gibt dann doch immer ein paar Zentimeter Unterschied und dann kommt man doch schneller durch.

Vali Höll Vali Höll Vali Höll

Mountainbiken: Talent oder Training

ACC: Einige trainieren richtig viel – deshalb sind sie gut. Aber wenn talentierte Leute viel trainieren, sind sie natürlich besser. Talent ist definitiv ein Teil des Erfolges. Mit Sicherheit! Jeder der heute einen Weltcup gewinnen will, muss aber gleichzeitig hart arbeiten. Beispielsweise Rachel Atherton, sie ist talentiert, trainiert und hat jetzt auch noch eine Menge Erfahrung gesammelt.

Bei ihr kommt jetzt alles zusammen. Wenn du nicht so talentiert bist, kannst du sicher mal ein Rennen gewinnen, aber das war es dann vielleicht schon. Ja, es eine Mischung aus allem. Ich habe so viele junge Fahrer gesehen, egal ob auf dem BMX oder auf dem Mountainbike und ich sehe die Unterschiede sofort.

Aber so ist das Leben. Und dann hoffe ich immer, dass sie etwas draus machen. Denn manche haben so viel Talent und arbeiten nicht hart genug.

VH: Schwer zu sagen. Wenn du Talent hast, trainierst du vielleicht weniger und denkst, ‚ich muss ja nichts machen’. Die mit weniger Talent trainieren automatisch mehr. Deshalb denke ich, dass man früh lernen muss, dass man trotz Talent etwas machen muss. Ich glaube, insgesamt macht das Training mehr aus, als das Talent.

Ich habe  seit diesem Winter einen Konditionstrainer. Ich sehe das eher als Schutz. Die Fitness / Muskulatur hilft ungemein, wenn du stürzt. Wenn du so ein ‚dünnes Stangerl’ bist, ist das gefährlich und natürlich hältst du es auch nicht durch die Strecken 5 Minuten lang richtig durchzuballern.

Die Strecken werden ja immer härter und länger. Da musst du dich dann auch entsprechend länger konzentrieren können. Ich mache alles: Kraft, Ausdauer, Sprungkraft usw. Wir trainieren beim Radfahren eigentlich wie Skifahrer.

Wie wichtig ist der Fahrstil beim MTB?

ACC: Früher bin ich immer mit hohem Risiko gefahren. Ich kannte meine Grenzen nicht. Heute weiß ich genau, wo meine Grenzen sind. Deshalb kann ich jetzt ganz gut so fahren, dass ich nicht unbedingt stürze. Das macht einen Riesen-Unterschied: Schnell sein und trotzdem wenig Risiko einzugehen.

VH: Ich glaube, ich fahr sehr smooth, fast zu smooth, aber wenn es dann mal sein muss, kann ich auch richtig Gas geben. Wenn ich mal stürze, dann meist im Training. Das hat einen großen Vorteil, dann weiß ich nämlich im Rennen, wo ich Gas rausnehmen muss und wo ich es wieder laufen lassen kann.

Anne Caro Chausson

Was macht das Alter beim Biken aus?

ACC: Kein Kommentar (lacht)…

VH: Das ist ganz interessant. Früher sind alle mit BMX aufgewachsen, jetzt ist die Bike-Industrie so weit, dass sie schon für Kinder Fullies machen. Auch ich bin mit dem MTB-Fully aufgewachsen. Ich bin nicht BMX oder Cross-Country oder so einen Schmarren gefahren (lacht), sondern gleich richtig Radl fahren gewesen.

Man sieht, dass die Kinder im Bikepark schon solche Skills haben und dann sieht man die Fahrer von früher, die ganz andere Kurventechnik haben. Ich habe ja mit acht mein erstes Fully bekommen und mit 13 bin ich mein erstes Downhill-Rennen gefahren. Das war eigentlich ganz witzig mit gemischten Klassen. Papa hat schon gesagt, dass ich da ganz hinten landen werde und dann bin ich Erste geworden vor all den Jungs. Das war schon cool.

Meine Eltern sind früher Transalp gefahren und dann waren sie in Whistler und seitdem, 2005, sind sie nur noch Freeride gefahren. Mein Papa hat ja dann einen Trail gebaut und ich war sowieso nie ‚tretlastig’ und dann konnte ich immer runter fahren.

Anne-Caro Chausson und Vali Höll über Idole

ACC: Ich hatte zwar kein Idol, aber ich denke, für mich ging es immer darum, mit meinen beiden älteren Brüdern mitzuhalten. Ich bin jünger als die Beiden und immer, wenn ich ihnen folgen konnte, fand ich es gut. Und wenn nicht, war ich nicht zufrieden. Und jedes Mal, wenn sie etwas tolles gemacht haben, wollte ich dasselbe machen.

Später war es dann mein Trainer, beim BMX, der gut aussah, Semi-Profi und ziemlich gut war, ihn wollte ich beeindrucken. Auch später, gepusht haben mich immer Leute, die ich kannte. Ich wollte, dass sie persönlich eine gute Meinung von mir haben.

VH: Für mich ist Rachel Atherton ein Vorbild. Sie ist extrem gut, trainiert hart und will auch, dass mehr Frauen aufs Bike steigen. Von ihr kann man sich viel abgucken.

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Eine nachhaltige Familien-Weltreise mit Kindern http://outdoorrunde.de/nachhaltige-familien-weltreise-mit-kindern/ http://outdoorrunde.de/nachhaltige-familien-weltreise-mit-kindern/#respond Thu, 13 Apr 2017 12:16:10 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4707 Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer Mit dem VW-Bus in der Elternzeit an den Atlantik, drei Monate im Bus leben – das ist das eine. Die Jobs kündigen, die Wohnung aufgeben und dann für mindestens anderthalb Jahre mit drei Kindern nach Südamerika – das ist nochmal eine andere Nummer. Life for Five, also […]

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Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer

Mit dem VW-Bus in der Elternzeit an den Atlantik, drei Monate im Bus leben – das ist das eine. Die Jobs kündigen, die Wohnung aufgeben und dann für mindestens anderthalb Jahre mit drei Kindern nach Südamerika – das ist nochmal eine andere Nummer. Life for Five, also Tina, Daniel und ihre drei Mädels sind im Frühjahr 2017 zu genau diesem Abenteuer aufgebrochen. Ihren Wohnsitz hat die deutsche Familie in Bern in der Schweiz. Dorthin wollen sie nach der Reise auch zurück, vielleicht…

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Mit drei Kindern nach Südamerika und dann noch in einem Bus. Muss das sein?

Daniel: Ui, die hat es ja schon in sich, die erste Frage. Es muss ja so vieles im Leben nicht sein und das sind meistens die Dinge, die am meisten Spaß machen. Man muss ja so viel, in der Arbeit, im Alltag. Da tut es eigentlich mal gut, was zu machen, was nicht sein muss – was eigentlich auch irrational ist, zumindest auf den ersten Blick.
Tina: Natürlich haben wir überlegt, ist es vielleicht eher die Europatour. Es wurde auch von außen an uns herangetragen ‚müsst ihr das machen?’, ‚mit den Kindern’ und ‚da kann man doch Krankheiten bekommen’ – anscheinend kann man die hier nicht bekommen. Südamerika hat uns schon immer gereizt: Menschen mit anderen Mentalitäten kennenlernen, die Natur dort erleben.
Daniel: Natürlich unterscheiden sich die Regionen innerhalb Südamerikas auch noch ungemein. Und ohne jetzt gegen die Schweiz zu sprechen: Der Gegensatz ist doch sehr groß und womöglich entspricht uns das Leben in Südamerika mehr. Die Schweiz ist sehr strukturiert, das Leben sehr reglementiert. Als ich in Chile war, habe ich die Menschen dort als sehr entspannt wahrgenommen. Und das brauchen wir mit drei Kindern –  ein entspanntes Umfeld.

Und warum muss es dann eine Reise mit den Kindern im Bus sein?

Tina: Wir sind eine Familie, die es genießt, zusammen zu sein. Für die Kinder ist der Bus zudem eine Konstante, ein bekannter Rückzugsraum.
Daniel: Unser Freiraum ist die gemeinsame Nähe, das vermissen wir auch im Alltag. Der Bus ist unsere Wohnung auf Rädern. Damit kommen wir auch viel schneller in Dorfgemeinschaften an, kommen mit Leute in Kontakt, beispielsweise, wenn wir uns nach einem Stellplatz auf Privatgrund erkundigen.
Tina: Und mit dem Bus haben wir die Freiheit, dass wir neue, selbstbestimmte Wege beschreiten können.

Wir brauchen mit drei Kindern ein entspanntes Umfeld

 

Glaubt ihr nicht, dass das Leben mit drei Kindern im Bus für euch über die Dauer zu minimalistisch ist?

Daniel: Nein, wir versuchen bereits seit einiger Zeit, unsere Sachen zu reduzieren. Als wir angefangen haben, die Reise zu planen, sind wir relativ schnell zu einer Grundsatzdiskussion gekommen.
Tina: Also ‚was brauchen wir wirklich?’, und dann weiter bis zu dem Punkt ‚warum wollen wir diese Reise machen?’ Wir sind beide Kinder aus sehr wohlhabenden Elternhäusern. Mit materiellen Dingen sind wir überhäuft worden. Was gefehlt hat, war die Zeit der arbeitenden Eltern. Wir haben nie wirklich groß die Liebe der Eltern gespürt. Dem wollen wir den Rücken kehren, so wollen wir unsere Kinder nicht aufwachsen lassen.
Daniel: Der Gedanke, was ist uns denn eigentlich etwas wert?, führt zu überraschenden Erkenntnissen. So ist eigentlich das Ziel, minimalistischer zu leben, entstanden.

Mit wenig Gepäck in eine ungewisse Zukunft

Und was soll unbedingt dabei sein? Wovon könnt ihr euch nicht trennen?

Daniel: Für mich ist es eindeutig der Computer – als Arbeitsinstrument. Bei unserer Kleidung achten wir darauf, dass es hochwertige, nachhaltige Kleidung ist. Aber unersetzlich…
Tina: Computer hatte ich auch im Kopf, kam mir nur so banal vor. Dann kommt noch die Kamera.

Tina und Daniel diskutieren lange über die Wichtigkeit verschiedener Sachen, letztlich ist da nicht mehr viel, was essentiell ist…

Tina: …unsere Bierbank ist uns wichtig! Aber die ist auch nicht unersetzbar.

 

Wie seht ihr euch eigentlich? Seid ihr Abenteurer, Aussteiger, oder wie würdet ihr euch bezeichnen?

Tina: Aussteigende Abenteurer vielleicht? Wir sind Abenteurer und vielleicht sind wir auch Komplett-Aussteiger, das wissen wir noch nicht (lacht). Wer weiß?
Daniel: Ich sehe das Ganze als Experiment an. Wir sind ‚Experimenteure’.

Das heißt, ihr reist ‚zieloffen’. Kommt ihr vielleicht gar nicht wieder?

Tina: Zumindest liegt das im Bereich des Möglichen. Uns ist es wichtig, dass unsere Kinder eine Schule besuchen, die unseren Vorstellungen entspricht. Und die gibt es hier in Bern. Wenn wir aber etwas Ähnliches entdecken, dann ist das hier definitiv ein Experiment mit offenem Ausgang. So etwas wie Home-Schooling, also das wir die Kinder auf Reisen unterrichten und nur ‚rumreisen’, kommt für uns nicht in Frage.

„Bob“ und der berühmte „Plan B“

Die Kinder selbst unterrichten, wie viele Weltenbummler das machen, ist also nichts für Tina und Daniel. Die Reise beginnt für Life for Five in Uruguay. Dort bekommt die Familie auch ihren Bus. Zunächst müssen Tina und Daniel den Bus umbauen, kinder- und reisetauglich machen.

Dafür haben sie sich einen Monat Zeit gegeben. Dann geht es über Ecuador, Peru und Bolivien nach Kolumbien. Dort wollen die Fünf im August 2017 ankommen. Schritt für Schritt soll es dann bis zum Februar 2018 nach Patagonien gehen. Im April 2018 fahren Life für Five wieder nach Uruguay, um nach Mittelamerika/Guatemala zu fliegen. Dort planen Tina, Daniel und die Kinder, in einer Weberfamilie zu leben und zu arbeiten.

Was passiert aber, wenn das alles nicht so klappt, wie geplant? Habt ihr einen Plan B?

Beide: Wir wissen, dass wir einen haben werden. Wir sind schon relativ spontane Menschen, haben aber so viel Selbstvertrauen, dass wir wissen, dass wir eine Lösung haben werden, wenn wir eine benötigen.
Daniel: Ich bin schon eher so der ‚Lass-uns-acht-Fallschirme-mitnehmen-Typ’. Tina holt mich da immer ein bisschen raus.

Ihr habt in der Vorbereitung ja trotzdem immer ein bisschen weitergedacht als normal? Glaubt ihr, ihr habt weit genug gedacht?

Daniel: Wir landen schon öfter in so Situationen, wo wir merken, das hätten wir noch anders machen können. Aber das ist eigentlich für uns in Ordnung…
Tina:… weil wir doch sehr euphorische Menschen sind, die sich für etwas begeistern lassen. Und dann beleuchten wir natürlich vorher nicht alle Seiten. Aber wir finden es nicht schlimm, wenn es dann nicht funktioniert.

Ein Reiseplan und die unglaublichen Reaktionen

Ihr habt eure Reise mit den Kindern nach Südamerika über ein Jahr lang geplant. Wie wird diese ‚Weltreise’ in eurem Umfeld wahrgenommen?

Daniel: Ich würde da trennen zwischen den Reaktionen in der Familie und bei Freunden. Bei der Familie stecken natürlich ganz andere Ängste drin, als bei Freunden. Leider ist bei fast allen Unverständnis dahinter. Es gibt einen Familienteil, der sagt, ‚ich finde es nicht gut, aber ich kommentiere es nicht’. Was eigentlich schon wieder kommentiert ist – witzigerweise. Dann gibt es einen Teil, der aggressiv reagiert und Unverständnis zeigt und das geht dann in Kritik und Aggression über. Es ist schon traurig, weil wir uns mehr Unterstützung gewünscht hätten. Damit meine ich moralische Unterstützung oder Hilfe in der Vorbereitung. Bisher sind wir da sehr allein und bekommen eher Gegenwind. Das hätte ich mir so nicht vorgestellt. Da hätten wir uns zumindest Akzeptanz gewünscht.
Tina:  Gleichzeitig hat das gezeigt, was wir allein mit drei Kindern, Reiseplanung und Jobs schaffen können. Dadurch merken wir erst, wie stark wir sind und das gibt uns für die Reise noch mehr Mut.

Als Familie können wir uns ganz intensiv kennenlernen

 

Und was sagen Freunde?

Daniel: Bei unseren Freunden ist es so, dass es einen Teil gibt, der das gar nicht kommentiert und einen Teil der Unterstützung liefert. Die engen Freunde stehen hinter uns. Ich glaube, deswegen sind sie auch unsere engen Freunde. Da sind die meisten interessiert und viele lassen sich von unserem Vorhaben auch inspirieren. Es geht nicht darum, dass sie auch so eine Reise machen, aber, dass sie auf sich selber hören. Viele hinterfragen, ob die eignen eingeschlagenen, ausgetretenen Wege, die sie gehen, wirklich so gegangen werden müssen. Oder ob es vielleicht noch etwas Anderes gibt. Da ging es zum Beispiel um ein altes Haus, dass Freunde gekauft haben, obwohl das Umfeld gesagt hat, ‚ihr seid verrückt’.

So eine Reise ist eine ‚once-in-a-lifetime-experience’. Was glaubt ihr könnt ihr euren Kindern mitgeben?

Tina: Sicherlich sehr viel. Zunächst mal die Zeit, dass wir mit ihnen in jungen Jahren ganz viel Zeit verbringen können, ist ein Geschenk. Und als Familie können wir uns ganz intensiv kennenlernen. In unserem kleinen Mikrokosmos, in dem wir auf Reisen leben, werden sie lernen müssen, Dinge auszuhalten und mit ihren Gefühlen klarzukommen.
Daniel:  Aber wir glauben auch, dass wir von den Kindern viel lernen werden. Dieser Teil ist nicht zu unterschätzen. Die Kinder haben beispielsweise einen ganz anderen Gerechtigkeitssinn. Bei Diskussionen kommen sie manchmal mit Vorschlägen, das ist unglaublich! Da muss man sich auch mal drauf einlassen. Das ist spannend.
Tina:  Speziell auf Reisen lernen sie natürlich andere Kulturen, Lebensweisen und Standards kennen. Die Kinder dürfen ihrer Neugier folgen und nicht nur der Ratio. Das müssen sie früher oder später noch genug. Aber vielleicht nehmen sie das mit und entscheiden sich später mal ganz bewusst für ihr Herz und nicht für gesellschaftlich gelernte Ratio. Da hoffen wir schon, dass unsere Kinder weltoffener werden durch die Reise.

Nachhaltigkeit…ein zentrales Thema der Reise

Zunächst war es euer Wunsch auf Reisen zu gehen. Dann kamen mit der Zeit verschiedene Projekte hinzu: In Bogota, Kolumbien, werdet ihr für den PFC-freien Outdoorbekleidungshersteller Paramo eine Stiftung besuchen, Interviews führen, einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen und wahrscheinlich in den Alltag einer Projektfamilie eintauchen. In Peru wollt ihr in Altiplano Alpakafarmen des Naturmodeherstellers hessnatur besuchen und dort mit den Bauern leben. Und in Guatemala plant ihr eine Kooperation mit dem Rucksackhersteller Ethnotek. Dort werdet ihr das Handwerk lernen, mit dem die Rucksäcke der Firma produziert werden. Vaude unterstützt euch mit vielen Produkten aus ihrer Green-Snape-Linie, z.Bsp. mit Campingausrüstung. Alle Projekte beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Sie geben Eurer Reise einen übergeordneten Sinn, ist so etwas nötig?

Beide überlegen lange…

Tina:…grundsätzlich ist das Thema Nachhaltigkeit schon sehr, sehr lange ein Thema bei uns. Das kam durch verschiedene gesundheitliche Probleme und damit über das Thema Essen. Dann haben wir begonnen, uns für nachhaltige Kleidung zu interessieren und so ging das weiter. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Produkte, die unter dem Banner Nachhaltigkeit firmieren, uns entsprechen. Beispielsweise hat uns der Film ‚Plastic Planet’ sehr bewegt und wir haben nach und nach Plastik reduziert und ausgetauscht. Seitdem haben wir viel verändert. 

 Daniel: Wir sind keine Ökoaktivisten. Aber wir haben Augen im Kopf! Wir haben sehr viel über Konsum nachgedacht, darüber, welche Fragen die Kinder stellen werden und was die Antworten sind, wenn sie tote Tiere am Strand sehen, die von einer Plastikkordel aus dem Meer stranguliert wurden. Wir möchten nicht missionieren, aber durch unsere Kooperationen können wir auf unserem Blog etwas zeigen und darstellen. Das entspricht wiederum uns als Kommunikationsexperten und Designer.

"Who made my clothes?" Diese und andere Fragen stellten wir hessnatur und Kristin Heckmann, der Leiterin der…

Posted by LIFE for FIVE on Sonntag, 23. April 2017

 

Habt ihr Angst, vor dem was Ihr sehen könntet?

Tina und Daniel: Ja, absolut.

Tina: Ich glaube, vor allem der Müll der überall rumliegt, wird mich schockieren. Und natürlich könnte der Blick hinter die Kulissen bei den Firmen enttäuschen. Vielleicht entspricht das, was sie kommunizieren, gar nicht der Realität. In Bogota gibt es viele Produktionsstätten…
Daniel: Natürlich glaube ich, dass die Projekte, die wir sehen werden, der Idealzustand sind und es abseits davon sehr viel Leid gibt und sehr viel Umweltverschmutzung. Ich glaube auch, das wir unterwegs sehr viele Themen mitbekommen werden, an die wir jetzt noch nicht denken, über die wir dann aber auch schreiben werden. Ich glaube auch, dass das teilweise an die Substanz gehen kann, je nachdem wie tief man da einsteigt. Beispielsweise wird auch Kohle aus Südamerika nach Europa exportiert. Der Abbau erfolgt ohne Rücksicht auf die Menschen vor Ort. Darüber könnten wir beispielsweise auch schreiben.

Das Kollektiv kann andere anstecken, nicht einzelne Personen

 

Glaubt ihr wirklich, dass euer Tun Relevanz hat? Glaubt ihr nicht, dass die Leute, die ihr ansprecht, sich sowieso schon mit Themen wie Nachhaltigkeit etc. beschäftigen und der Rest die große Mehrheit ist? Ihr wollt doch eigentlich mehr erreichen…

Daniel: Ich glaube, wir sind ein Teil einer Gruppe. Und die Lösung ist sicherlich nicht, dass einer viel erreicht, sondern, dass viele mitmachen. Deswegen präsentieren wir auf unserem Life-for-Five-Blog auch viele Leute, die sich engagieren. Wir sehen uns als Mitmacher – nicht als Einzelkämpfer. Um ganz oben anzufangen: Wir posten ein Interview von Bill Gates zum Thema, oder stellen eine kleine Firma vor, die sich engagiert. Ich glaube, das Kollektiv kann andere anstecken, nicht einzelne Personen. Hier erleben wir viel Zuspruch und treffen andere ‚Spinner’, denen es genauso geht. Das stimmt uns zuversichtlich.

Tina, Daniel – Danke für das Interview. Wir wünschen euch einen wunderbaren Start für eure Reise. Wie es Life for Five geht, könnt ihr auf ihrem Blog verfolgen, und wir haben für den Winter 2017 ein Interview-Update mit einer ersten Zwischenbilanz geplant.

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Kinder-MTB-Test: Canyon Offspring AL 16 http://outdoorrunde.de/test-canyon-offspring-al-16/ http://outdoorrunde.de/test-canyon-offspring-al-16/#comments Wed, 29 Mar 2017 06:50:12 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4628 „Young Heroes“:  Test Canyon Offspring AL 16 Ein Test für das Canyon Offspring AL 16? Aber Outdorrunde ist doch ein Interviewmagazin! Ja, wir müssen zugeben, dass Tests normalerweise nicht unser Steckenpferd sind. Doch angesichts der neuen „Young Heroes“ Line von Canyon müssen wir einmal eine Ausnahme machen. Das Ganze hat auch einen einfachen Grund: Unsere […]

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„Young Heroes“:  Test Canyon Offspring AL 16

Ein Test für das Canyon Offspring AL 16? Aber Outdorrunde ist doch ein Interviewmagazin! Ja, wir müssen zugeben, dass Tests normalerweise nicht unser Steckenpferd sind. Doch angesichts der neuen „Young Heroes“ Line von Canyon müssen wir einmal eine Ausnahme machen. Das Ganze hat auch einen einfachen Grund: Unsere Outdoorrunde-Nachwuchskraft ist gerade im richtigen Alter, um mit dem Canyon Offspring AL 16 mächtig die Trails zu shredden! Nach Herstellerangaben ist das Canyon Offspring AL 16 für Kinder geeignet, die zwischen 98cm – 110cm groß sind. Neben dem 16-Zoller hat Canyon in der „Young Heroes“ Line noch ein 20-  und ein 24-Zoll-MTB im Angebot. Der Test Canyon Offspring AL 16 kann beginnen…

Test Canyon Offspring AL 16 – pack ma’s!

BAM…das war mal ein Paukenschlag! Canyon steigt in den Kinderfahrradmarkt ein und will der Konkurrenz das Fürchten lehren. Konkurrenz? Nicht wirklich, denn das was derzeit für fahrradbegeisterte Kleinkinder um die drei Jahre auf dem Markt ist, ist doch eher übersichtlich. Um so größer war unsere Begeisterung, dass die Spekulationen von der Eurobike im vergangenen Jahr jetzt wahr geworden sind. Der Preis ist allerdings für ein Kinderfahrrad eine Ansage! Das Canyon Offspring AL 16 kostet 499 Euro.

Ines Thoma und Joe Barnes wären vor Freude in die Luft gesprungen

 

Nachdem wir den Weihnachtsmann und den Osterhasen überreden konnten, bei Canyon eine Bestellung aufzugeben, war die Angelegenheit schnell entschieden. Der Kauf lief problemlos ab und noch vor dem angegebenen Versanddatum stand das Paket bei uns in der Wohnung. Jetzt hieß es erst einmal, Pedale montieren – praktischerweise wird das Werkzeug direkt mitgeliefert!

Test Canyon Offspring AL 16

Was uns allerdings nicht gefiel: das Fahrrad war etwas lieblos verpackt, als das Rad bei uns ankam, ragte der Bremshebel aus dem Spezial-Transportkarton „Bikeguard“.

So sieht’s aus – das Canoyn Offspring AL 16

Über Design lässt sich bekanntlich streiten! Doch wenn man das Canoyn Offspring AL 16 im Design des hauseigenen Factory Enduo Teams erstmals in „freier Wildbahn“ siegt, dann…WOW! Die Factory Enduro Teamfahrer Ines Thoma und Joe Barnes wären wohl vor Freude in die Luft gesprungen, hätten sie im Kindesalter so eine Maschine unter dem Po gehabt. Wer es dagegen nicht so knallig haben will, für den gibt es das Canyon Offspring AL 16 auch noch in der Version „Blau“…aber…psst, die Farbe ist eher etwas langweilig.

Test_Canyon_Offspring_AL_16
Neben dem Design sticht ein Feature direkt ins Auge, die unterschiedliche Größe der Laufräder – 18-Zoll-Vorderrad und 16-Zoll-Hinterrad. Ein Marketing-Gag? Dieser Gedanke schießt einem schnell durch den Kopf, doch wenn man sich vorstellt, dass das Vorderrad die meiste Arbeit zu leisten hat, ist das schon sinnvoll. Ein großes Vorderrad rollt einfach besser über Unebenheiten, zudem wird das Rad dadurch insgesamt etwas laufruhiger.

Die Idee ist nicht ganz neu, der Mountainbike-Hersteller Liteville nennt das „Scaled Size“. Bedingt durch die unterschiedlich großen Räder nimmt das Kinder automatisch eine aufrechte Position ein. Vorteil: Noch mehr Kontrolle und damit auch mehr Sicherheit, wenn es mal ruppiger zugeht. Genaue Geometriedaten des getesteten Offspring AL 16 findet ihr direkt bei Canyon.

Test Canyon Offspring AL 16

Ist auch alles dran am Canyon Offspring AL 16?

Eine Frage, die sich mit einem klaren „Ja“ beantworten lässt. Der Test des Canyon Offspring AL 16 lässt keine Wünsche offen. Ob ein Kinderfahrrad für Kinder um die drei Jahre jetzt unbedingt mit zwei Scheibenbremsen ausgerüstet sein muss, dann kann jeder für sich selbst berurteilen. Unsere dreineinhalbjährige und 105cm große Test-Person hatte jedenfalls keine Schwierigkeiten mit den Bremshebeln (einstellbar!) und der gutzupackenden SRAM Level Disc Bremsen. Wenn es mal steiler wird, verleihen die gut dosierbaren Bremsen Sicherheit.

Gewöhnungsbedürftiger ist da schon eher die SRAM Automatix Nabenschaltung, die nach der Stärke des Pedalldrucks automatisch in den zweiten Gang schaltet. Ein Vorteil, den Eltern schnell zu schätzen wissen. Denn nun kann der Nachwuchs auch mal eine etwas längere Distanz in höherer Geschwindigkeit zurücklegen. Das zeigte sich schon nach der ersten Test-Fahrt.

SRAM Level-Disc-Scheibenbremse / Pic: Outdoorrunde

SRAM Level-Disc-Bremshebel / Pic: Outdoorrunde

Bumper Lenkerschutz / Pic: Outdoorrunde

Felge Alex Rims MD19 / Reifen Kenda 2,1 / Pic: Outdoorrunde

Sattel Canyon Offspring / Pic: Outdoorrunde

SRAM 2-Gang Automatix / Pic: Outdoorrunde

Reden wir mal über das Gewicht

Das Canyon Offspring AL 16 mit seinem robusten Aluminiumrahmen ist kein Leichtgewicht. Insgesamt 8,2 Kilogramm wiegt das Rad laut Hersteller. Zum Vergleich: Das Commencal Ramones 16 wiegt 7,9 Kilogramm, das Supurb BO16 7,2 kg und das EarlyRider Belter 16 Trail 5,6 kg. Angesichts der unterschiedlichen Ausstattungsvarianten der einzelnen Räder lässt sich ein Urteil nur schwer fällen. Nach unserem Geschmack hätte das Canyon Offspring AL 16 ein  Kilogramm leichter sein können. Viele sagen sich jetzt bestimmt, dass ist aber kleinlich! Ja, das ist es, aber ein dreijähriges Mädchen oder ein gleichaltriger Junge sind über jedes Gramm dankbar, dass nicht hochgewuchtet, oder in Bewegung gesetzt werden muss.

Test Canyon Offspring AL 16, du bist…

…ein tolles Kindermountainbike! Wir sind froh, dass wir dich im Keller stehen haben. Das Rad ist durchweg gelungen, auch wenn das Gewicht etwas zu hoch ist. Dafür punktet das Canyon Offspring Al 16 in Sachen Ausstattung…2-Gang-Nabenschaltung, Scheibenbremsen, verstellbare Bremshebel etc. Das Design, speziell die Variante „Factory Enduro Team„, ist ein Hingucker. Und eine Tatsache, die man Canyon wirklich hoch anrechnen muss, das Canyon Offspring Al 16 ist ein Mountainbike für fahrradbegeisterte Mädchen und Jungen. Kein geschlechtsspezifischer Firlefanz, so sollte es immer sein.
Ganz billig ist das Rad für die Nachwuchs-Shredder allerdings nicht. 499 Euro sind ein stolzer Preis. Das breite Grinsen ihres Kindes nach dem ersten Traileinsatz macht den Preis aber wieder wett, der Wiederverkaufswert sollte hoch sein. Und mal unter uns…vielleicht haben sie ja auch so gute Kontakte zum Osterhasen und Weihnachtsmann wie wir.

Kennt ihr schon unsere Serie Kinder und Mountainbiken? In Teil 1 Freeride-Legende Brett Tippie gibt Tipps zum richtigen Alter für’s Biken. Und in Teil 2 erfahrt ihr von Rob J, wie Kinder bessere Biker werden.

Wenn euch der Test des Canyon Offspring AL 16 gefallen hat, dann freuen wir uns über einen Kommentar und wenn ihr uns auf Facebook und Instagram folgt.

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Interview: Jasper Jauch über Downhill, Santa Cruz und Bayern http://outdoorrunde.de/jasper-jauch/ http://outdoorrunde.de/jasper-jauch/#comments Sat, 25 Mar 2017 20:52:24 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4562  Jasper Jauch – Ein Cappuccino-Biker in Bayern „Moin“, Jasper Jauch begrüßt mich, wie ich es von einem Norddeutschen erwarte. Allerdings ist der Treffpunkt das genaue Gegenteil von Hamburg, Hannover oder Kiel. Ich treffe Jasper Jauch zur Mittagszeit in einem Brauhaus im Münchner Stadtteil Giesing. Ein Ort, wo Preußen schon von weitem erkannt werden. Jasper entpuppt […]

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 Jasper Jauch – Ein Cappuccino-Biker in Bayern

„Moin“, Jasper Jauch begrüßt mich, wie ich es von einem Norddeutschen erwarte. Allerdings ist der Treffpunkt das genaue Gegenteil von Hamburg, Hannover oder Kiel. Ich treffe Jasper Jauch zur Mittagszeit in einem Brauhaus im Münchner Stadtteil Giesing. Ein Ort, wo Preußen schon von weitem erkannt werden. Jasper entpuppt sich aber als angepasster Bayer, der Schweinsbraten und ein Helles sind schnell bestellt. Und mit einem breiten Grinsen fügt er hinzu „also, essenstechnisch bin ich hier in Bayern sehr gut aufgestellt, allerdings esse ich statt Schweinsbraten noch lieber Schweinshaxe. Doch man ist und bleibt ein Preuß, da kannst du dich anpassen, wie du willst“.

Jasper Jauch

Viele die dich kennen sagen…klar, der Jasper Jauch, das ist ein Norddeutscher. Doch die wenigsten wissen, dass du einen großen Bezug zu Bayern hast.

Das stimmt, ich habe meine Kindheit in Holzkirchen verbracht. Vom ersten bis neunten Lebensjahr habe ich dort gewohnt. Vieles kenne ich noch…Straßen, Geschäfte, aber Bekannte oder Verwandte habe ich dort keine.

Und jetzt bist du wieder ganz in die Nähe gezogen. Warum? Du hättest doch auch nach München ziehen können…

…klar, das hätte ich machen können, aber von der Stadt hatte ich genug…Hannover, da war ich bereit für das Landleben…(lacht). Die Gegend ist wunderschön. Ich wohne unmittelbar am See, ich bin schnell auf der Autobahn…alles wunderbar.

Also, ich stell mir das schwierig vor. Du kommst als Preuß‘ in ein Dorf mit festen Strukturen, wo viel Wert auf Tradition gelegt wird. Und dann kommt einer wie du, der auch noch so´n komisches Zeugs mit Mountainbikes macht…

Ja, die Befürchtung hatte ich auch, aber das was ich erlebt habe, war genau das Gegenteil. Klar, auch bei uns wird Tradition groß geschrieben. Doch ich bin sehr freundlich aufgenommen worden. Das hat sich schon bei der Wohnungssuche gezeigt. Ich habe einfach die Inserate in der Zeitung gelesen, angerufen, Termin ausgemacht und hingefahren. Nun bin ich schon ein sehr extrovertierter Typ und offen und kann freundlich auf Leute zugehen. Es ist mir sehr einfach gefallen, mit den Einheimischen auf einer Wellenlänge zu kommunizieren. Und die Familie, wo ich jetzt wohne, die haben jemanden gesucht, der offen und freundlich ist und der auf dem Hausflur auch mal fünf Minuten mit ihnen redet.

…das bedeutet jetzt im Umkehrschluss, das du jeden Tag im Hausflur so kleinen Schnack mit deinen Vermietern halten musst?

Ja, doch…also, wenn ich den Senior im Haus treffen, dann quatsche ich schon ein wenig mit ihm. Aber das ist auch o.k. so, das mache ich gerne, außerdem ist der Mann sehr nett.

Jasper Jauch im Gieriger Bräu

Hast du dich schon im Schützenverein angemeldet?

Nee, das nicht, aber ich war bei mir im Ort schon beim „Stüberl-Doag“, das ist praktisch der Stammtisch. Bei uns kennt jeder Jeden und man kennt jetzt auch mich und jetzt bin ich dort auch akzeptiert.

Seit einem halben Jahr wohnst du jetzt da, wie fällt dein Zwischenfazit aus…vielleicht doch lieber wieder in den Norden?

Nein, ich möchte hier auf jeden Fall bleiben. Momentan möchte ich für keinen Preis zurückgehen. Die Lebensqualität ist schon um einiges besser. Die Berge vor der Haustür, das Rad fahren, die Ruhe, ich habe eine große Wohnung und einige gute Freunde in der Umgebung… momentan fühle ich mich richtig wohl.

Das bayerische Bier schmeckt, das bayerische Essen…ich bin sehr angekommen!

 

Hast du auch schon eine Hausrunde gefunden?

Ja, aber das darf man ja nicht verraten. Ich bin aber öfter bei Marquwartstein oder auf der Neurreuth am Tegernsee unterwegs. Und um den Seehamer See kannst du auch gut fahren. Ist zwar eher eine CrossCountry-Strecke, flach, aber sehr wurzlig…macht auch Spass. Und dann war ich schon das ein oder andere Mal im Bikepark Samenberg.

Jasper Jauch -ein Leben zwischen Schweinshaxe und Downhillrennen…der perfekte Teaser für deinen nächsten Vlogbuch-Beitrag

Kauf ich, klingt perfekt! Aber jetzt ist erst mal mein dritter Vlogbuch-Beitrag online.

„Ich verlasse mich mehr auf mein Bauchgefühl“

Nun geht’s für dich bald wieder los mit der Saison. Wie bereitest du dich vor, was trainierst du?

Vor allem Koordination, Sprint, Kraft…es geht mehr so in die Richtung ausgefallene Trainingsmethoden. Wenn ihr den Film „Streif –The Hell Of A Ride“ gesehen habt, dann wisst ihr, wovon ich rede. Also, CrossFit ist da schon die ideale Vorbereitung. Doch der Kopf ist das wichtigste beim Downhill. Du musst schauen, dass du ausgeglichen bist und dass du motiviert bist, wenn du zu einem Rennen fährst. Josh Bryceland beispielsweise hat jetzt eine Auszeit genommen, weil es für ihn alles zum Buisness geworden ist. Er hatte keinen Spass mehr, an Weltcuprennen teilzunehmen. Die mentale Stärke ist absolut das wichtigste bei Downhillrennen. Im letzten Jahr war ich in Lourdes Trainingsschnellster, doch ich habe es im Rennen einfach nicht heruntergebracht.

Einen richtigen Trainer, der dir zur Seite steht und dir Tipps gibt, hast du nicht…

Ich habe mich in der Vergangenheit schon beraten lassen, aber ich war schon immer der Typ, der sein eigenes Ding gemacht hat und seinen eigenen Weg gegangen ist. Mir fällt es tatsächlich schwer, so einen stupiden Trainingsplan abzuarbeiten, den ich vielleicht selber garnicht verstehe. Ich verlasse mich mehr auf mein Baugefühl.

Ein Jasper Jauch macht keine Larifari-Abfahrten

Also, wenn ich mir das alles so anhöre, dann sieht Wettkampfstress irgendwie anders aus oder? 

Stimmt, wenn du irgendwo Zeit hast, dann bei Downhillrennen. Vor allem bei deutschen Rennen…die meiste Zeit wartest du. Ich hab’s mal ausgerechnet: Bei meinem Rennen in Australien habe ich insgesamt 33 Minuten auf dem Rad gesessen, 11 Abfahrten á 3 Minuten und das bei der langen Anreise, ist doch verrückt, oder? Das ist auch der Grund dafür, warum die Leute mehr Endurorennen fahren. Da sitzen sie einfach länger im Sattel. Doch der Druck beim Downhillrennen ist viel größer.  Du hast effektiv nur 3o Minuten um dir einen Track einzuprägen. In der kurzen Zeit musst du so mit der Strecke vertraut sein, um dein komplettes Können abrufen zu können.

Skifahrer rasen am Starthaus vor ihrem geistigen Auge die Piste hinunter, verfolgen den Streckenverlauf mit den Händen…machst du das auch? 

So albern das aussieht, aber die Methode, die der Fabien Barel mal an den Start gebracht hat, ist tatsächlich ganz gut. Aufgrund der Körperbewegung versetzt du dich Ruckzuck in den Modus, die Strecke abzufahren. Das bringt dir wahnsinnig viel.

Für mich ist Downhill richtiger Rennsport

 

Macht das jeder Fahrer?

Nee, die Vorbereitung sieht bei jedem anders aus. Im Downhill gibt es soviel verschiedene Typen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Downhill nicht Olympisch ist. Es gibt einfach nicht den Vorzeige-Athleten. Beim Skispringen hast du den Mustertypen, der leicht, schmal, groß ist…es gibt einfach nicht diesen einen Athleten, der für den Downhillsport alles mitbringt. Wenn du beispielsweise Danny Hart und Greg Minnaar nebeneinander stellst…größer kann der Unterschied von zwei Persönlichkeiten nicht sein. Für den Außenstehenden ist es unmöglich, zu erkennen, was einen guten Downhillfahrer ausmacht.

…aber das ist doch gut…

…ich findes es super spannend, für mich ist das noch mehr Formel 1 als andere Sportarten, weil soviel Faktoren aufeinander treffen. Allein wieviele Fehlerquellen es gibt…Fahrrad, Abstimmung, Reifenwahl, Materialwahl, dann die richtige Linienwahl…fährst du eine Linie die sicher oder eine die riskant ist? Dann körperliche Fitness und die mentale Stärke, schaffst du es, mit Druck umzugehen – erst beim Training und dann später im Rennen? Für mich ist Downhill richtiger Rennsport, der greifbar ist. Wenn jetzt noch die 29er Einzug halten, dann wird es noch spannender.

Kannst du sonntags eigentlich auch langsam Semmeln holen?

Ja, das geht…ich bin eher so der Cappuccino-Fahrer. Das glaubt mir keiner, aber ich mache im Bikepark lieber drei Abfahrten richtig schnell und setze mich dann unten hin und trink ein Bier. Ich bin nicht der Typ der zwanzig Larifari-Abfahrten macht, da gebe ich vormittags lieber richtig Gas und gehe dann nachmittags einen Cappuccino trinken.

Trail-Surfen mit Jasper Jauch

Pic: Kirsten Sörries / Fahrer: Jasper Jauch

Der Downhillsport und die Medien

In den letzten Jahren haben sich Downhillrennen ihren Platz in der medialen Berichterstattung erkämpft. Alleine die Tatsache, das man jedes Rennen online sehen kann, dürfte für euch doch gut sein…

Ja sicher, das finde ich auch gut. Allerdings ist es schade, das sie bei RedBull TV nur noch die Top 20 Fahrer zeigen. Auch unter den Top 50 sind sehr viele Profis und große Rennteams. Ihnen wird einfach die Aufmerksamkeit entzogen. Sie können sich gar nicht präsentieren. Für die Sponsorensuche ist das beispielsweise ein Nachteil. Wenn ich aber sagen kann, du, wir werden bei RedBull TV gezeigt…dann ist der Fahrer auch für den Sponsor sichtbar. Doch durch die Einschränkung wird dem Fahrer jede Sichtbarkeit genommen, dass müsstest du dann selber in die Hand nehmen. Das ist allerdings schwierig, den da hat RedBull auch wieder ein Wort mitzureden. Die sagen dann, dein Filmer darf aber nur das und das filmen und begründen das damit, das sie die Videorechte gekauft haben. Die Vermarktung rund um den Profisport, um Gelder zu generieren, wird immer schwieriger.

Wenn du freie Hand hättest, was würdest du verändern? 

Ich fände es gut, wenn die Filmrechte gelockert werden würden. Wenn du keinem Team angehörst, dann wird es echt sehr, sehr schwierig deinen eigenen Filmer mit zu den Rennen zu bringen. Bei mir hat das in den letzten Jahren meist geklappt, aber du bewegst dich ständig in einer Grauzone. Das ein oder andere Mal habe ich dann schon mit der UCI diskutiert, was ich darf und was nicht. Die wollten dann wissen, für wen ist der Filmer da und wo wird das Material gezeigt. Da haben die schon stark ein Auge drauf. Generell würde ich es toll finden, wenn RedBull wieder die Top50 oder Top80 übertragen würde. So Athleten wie ich, die auf nationaler Ebene bekannt sind aber international nicht, die hätten dadurch Vorteile. Dann könnte ich meinen Lauf einfach auf Facebook posten, viele Leute würden meinen Lauf sehen und ich hätte meine Sponsoringarbeit erfüllt.

Ich glaube der Downhillsport ist nicht so gefährlich, wie er aussieht

 

Downhillfahrt mit Jasper Jauch

Pic: Kirsten Sörries / Fahrer: Jasper Jauch

Deutschlands Downhill-Szene ist auf dem richtigen Weg

Wie beurteilt Jasper Jauch gerade die Entwicklung im Downhillsport auf nationaler Ebene? 

Bei uns in Deutschland ist ein großer Aufwind im Downhillsport zu spüren. Wir haben sehr viele Racingteams: Die YoungGuns arbeiten mit SRAM zusammen, das Canyon Factory Downhill Team hat wieder deutsche Fahrer am Start…Gudio Zimmermann hat sein GZ-Rocky Mountain Racingteam mit Benny Strasser, Silas Grandy und drei Nachwuchsfahrern. Also, du siehst schon, da passiert momentan sehr viel.

Gibt es eigentlich das perfekte Alter, um mit dem Downhillsport zu starten?

Fünf!…(lacht) Also, ich habe mit drei angefangen Rad zu fahren. Wenn man mich von Anfang an irgendwelche Stufen und Treppen heruntergejagt hätte, dann…man sieht doch die Videos aus Whistler von Zehnjährigen, die da runterknallen, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hätten. Ich glaube, der Downhillsport ist nicht so gefährlich, wie er aussieht. Ich denke in jungem Jahren steckt man das alles sehr gut weg. Schau doch mal hier in Bayern, hier stellen sie doch auch ihren Nachwuchs mit drei Jahren auf Skier.

Und dann hat Santa Cruz bei Jasper Jauch geklingelt….

Santa-Cruz-Fahrer Jasper Jauch

Pic: Kirsten Sörries / Fahrer: Jasper Jauch

Du bist ja jetzt nach sieben Jahren Liteville zu Santa Cruz Bicycles gewechselt. Das ist ja schon eine Macht im Radmarkt, wie sieht eigentlich der Support für dich von Santa Cruz aus? 

Im Moment gibt es keinen Support für mich, ich bin – wie in den vergangenen Jahren schon – nur ein Einzelathlet. Dadurch das Santa Cruz aber international aufgestellt ist, gibt es die Möglichkeit für mich, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und wenn es brennt, auf Mitarbeiter zurückzugreifen. Das geht aber nur, weil Santa Cruz einer sehr leidenschaftliche Firma ist. Da steht wirklich das Radfahren im Vordergrund und so wie ich das bislang beurteilen kann, ist das eine Familie. Bei einigen Teamleuten habe ich mich schon vorgestellt. Der Vorteil ist, wenn ich mal Materialprobleme habe oder ich bekomme das Setup nicht hin, dann kann ich mir bei den Leuten Rat holen. Den größten Support den ich genieße, unabhängig von Santa Cruz, kommt aber von Schwalbe und SR Suntour. Die haben bei Weltcuprennen ihren Werksupport, das ist meine Anlaufstelle bei Mechanikern, Zelten oder wenn ich einfach nur mal etwas unterstellen möchte.

Wie ist der Teamwechsel von Liteville zu Santa Cruz zustande gekommen? Hast du jetzt einfach mal bei Santa Cruz geklingelt und gesagt „Hallo, ich bin der Jasper Jauch und ich würde gerne für euch fahren“…?

Nee, das war genau umgekehrt…Santa Cruz hat bei mir geklingelt…(lacht). Ich hatte eigentlich den Plan mit Liteville weiterzumachen aber dann kam die Anfrage von Santa Cruz. Und da mit Liteville zu dem Zeitpunkt noch nichts fix war, habe ich mir das Angebot mal angehört. Letztendlich waren die Konditionen besser, das Rad besser und nach sieben Jahren Liteville hatte ich auch mal das Verlangen nach einem Tapetenwechsel. Ich glaube, das ich mit SantaCruz einen weiteren Schritt nach vorne gemacht habe. Und vor allem machen die mir keinen Druck, ich muss keine Ergebnisse abliefern. Die haben mich eher als Markenbotschafter engagiert und nicht als Rennfahrer. Ich bin nicht der Typ, der am Start steht und sich sagt, jetzt mache ich sie alle platt. Ich fahre einfach gerne Downhillrennen, weil mir auch das ganze drumherum viel Spass macht…

…und wahrscheinlich auch die Parties nach dem Rennen. Santa-Cruz-Parties genießen schon einen gewissen Ruf…

Ja, die Parties sind gut….vom Bierfaktor gefällt mir das auch schon sehr gut (lacht).

Bus von Jasper Jauch

Pic: Outdoorrunde

Du fährst ab dieser Saison für das gleiche Team wie Greg Minnaar…das ist doch Wahnsinn, oder? 

Wie sagt man doch so schön…ich bin echt stoked für Santa Cruz zu fahren. Das ist mal eine richtig alte Fahrradmarke und das Syndikate-Team rund um Greg Minnaar ist natürlich legendär…also, ich freu mich auf die Weihnachtsfeier, hoffentlich darf ich in die USA fliegen. Vielleicht habe ich die Chance nach dem dritten Bier mit Steve Peat zu quatschen, vielleicht verrät er mir noch ein paar Tricks.

Bei Santa Cruz kannst du bei der Entwicklung von Rädern allerdings nicht mehr mitarbeiten. Ist das nicht etwas, was dir auf Dauer fehlen wird?

Was es heißt, in der Bikebranche mitarbeiten zu dürfen, lernt man sehr früh. Klar, darfst du mitarbeiten und etwas sagen, aber ob es auch umgesetzt wird, steht auf einem anderen Papier. Also, bei Liteville war ich wirklich in der Entwicklung eingebunden, aber nicht in dem Maße, wie man es sich als Außenstehender vorstellt. Ich habe Wünsche geäußert und Liteville hat versucht, sie umzusetzen. Ich bin kein Mathematiker und auch kein Hinterbau-Spezialist. Was ich aber sagen kann ist, ich brauche es ein wenig progressiver oder linearer. Ich kann meine Meinung zur Geometrie sagen, oder Aussagen zum Verhalten verschiedener Laufräder geben. Dann kam aber bei Liteville noch die eigene Firmenphilosophie hinzu. Wenn ich gesagt habe, ich hätte das gerne so und die haben gesagt, ja, aber wir machen das schon seit fünf Jahren so wie es jetzt ist, dann wird es auch das sechste Jahr nicht anders gemacht…es ist eine Illusion zu glauben, dass du deinen eigenen Rahmen entwickeln kannst. Ich glaube aber, dass das letztendlich bei allen Firmen so abläuft.

Danke Jasper für das Gespräch und viel Glück in der neuen Saison

Ihr habt bis hier unten gelesen, Euch hat das Interview mit dem „Cappuccino-Biker“ Jasper Jauch also gefallen? Dann liked unsere Facebook-Seite, so verpasst Ihr keine neuen Beiträge mehr, folgt uns auf Twitter und Instagram oder hinterlasst einen Kommentar, wir freuen uns auf Eure Reaktionen.

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Nicola Thost über ihr Karriereende und Sprungbrett http://outdoorrunde.de/karriereende-von-nicola-thost/ http://outdoorrunde.de/karriereende-von-nicola-thost/#respond Wed, 15 Mar 2017 21:49:14 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=3964 Meine Mission als Profi-Snowboarderin ist beendet Das Karriereende von Nicola Thost ist eine Überraschung, die Grande Dame des Snowboarders sagt Servus…Nicola Thost brachte Snowboarden mit ihrem Olympiasieg 1998 in die deutschen Wohnzimmer, sie heimste unzählige Covershots ein, sie hat das Freestyle-Snowboarden im Frauenbereich Ende der 1990er, Anfang der 00er Jahre auf ein neues Level gehoben und […]

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Meine Mission als Profi-Snowboarderin ist beendet

Das Karriereende von Nicola Thost ist eine Überraschung, die Grande Dame des Snowboarders sagt Servus…Nicola Thost brachte Snowboarden mit ihrem Olympiasieg 1998 in die deutschen Wohnzimmer, sie heimste unzählige Covershots ein, sie hat das Freestyle-Snowboarden im Frauenbereich Ende der 1990er, Anfang der 00er Jahre auf ein neues Level gehoben und seit 2015 war Nicola erfolgreich auf der Freeride-Worldtour unterwegs. Im März 2017 entschied sie sich  ihre Profi-Snowboard-Karriere in Fieberbrunn zu beenden – dort wo sie vor 20 Jahren ihren ersten Halfpipe-Weltcup gewann.

Gleißendes Sonnenlicht auf der Freeride World Tour mit Nicola Thost zum Karriereende Karriereende: Nicola Thost

Im Jahr 2003 das erste Karriereende nach drei Kreuzbandrissen. Nicola kündigte  ihre Sponsorenverträge, machte ein Studium zur Sportwissenschaftlerin und gründete mit Sprungbrett ihre eigenen Camps für den Nachwuchs. Das Snowboarden ließ sie aber nie ganz los: „2003, das war damals ein abruptes Ende, gezwungenermaßen verletzungsbedingt“, sagt sie heute dazu. „Ich habe das Snowboarden ja immer noch geliebt, aber ich konnte es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der bisherigen Form ausüben. Tja, und dann kam das Freeriden, was auf mich von Anfang an eine unheimliche Faszination ausgeübt hat.“

Karriereende von Nicola Thost: Ein Rückblick Grünes Cover sw Nicola Thost auf dem Höhepunkt ihrer Karriere Nicola Thost inmitten ihrer Erinnerungen an ihre Karriere Nicola Thost auf der Onboard, Karriere Highlight

Nicola Thost: Viele Verletzungen, viele Schutzengel

Eher zufällig kam Nicola 2015 zur Freeride World Tour und mischte dort mit ihrer kreativen und powervollen Fahrweise die Freeride-Elite auf. „Vergangenes Jahr hatte ich dann wieder eine sehr schlimme Verletzung – gebrochene Halswirbel – und verdammt viele Schutzengel. Die Saison verbrachte ich dann mit Reha.“ Doch dieses Jahr war sie wieder dabei und wurde bei den Stopps in Andorra Zweite und Achte und in Fieberbrunn, bei ihrem allerletzten Lauf, Fünfte. Als Vierte in der Gesamtwertung wäre sie für die Stopps in Alaska und Verbier qualifiziert gewesen.

Das Karriereende von Nicola Thost kam überraschend: Wie hast du die Entscheidung gefällt, jetzt aufzuhören?

„Ich habe das Gefühl, dass meine Mission als Profi-Snowboarderin erfüllt ist. Ich hatte großartige Erfolge, prägende Erlebnisse und konnte besonders die letzten Jahre auch der nächsten Generation viel mitgeben. Ich habe zuletzt als 16-jähriges Mädchen bewusst entschieden, dass ich Snowboarderin sein möchte – jetzt ist einfach Zeit für Anderes. Diese Entscheidung schafft Platz für so viel Neues und es fühlt sich gut an.“

Karriere ist vorbei für Nicola Thost Nicola Thost mit Champagner und Board, ein Jahr vor Karriereende

Dabei bist Du bei der Freeride World Tour sehr erfolgreich…

„Ja, aber ich hatte diese schweren Verletzungen {neben den Kreuzbandrissen, und der Halswirbelverletzung, eine schwere Schulterverletzung} und es ist ja nicht so, dass ich nicht mehr Snowboard fahre. Ich glaube, wenn man älter wird, dann spielt die Komponente mit der Natur und den Bergen im Einklang zu sein, eine wichtige Rolle. Heute liebe ich es einfach, schöne Linien in den Berg zu ziehen.“

Nach dem Karriereende von Nicola Thost liegt der Fokus auf Sprungbrett

Nicola Thost lehrt Snowboarden auch nach der Karriere Nach der Karriere: Kinder lernen Snowboarden: Sprungbrett-Flyer von Nicola Thost

…mit Sprungbrett kannst Du Deine Leidenschaft auch weitergeben…

Sprungbrett gibt es jetzt seit sechs Jahren. Ich habe davor für Burton und RedBull Jugendcamps organisiert, das waren aber mehr Marketing-Aktionen. Ich wollte gerne etwas Nachhaltigeres machen, was speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern eingehen sollte. In den vergangenen sieben Jahren war das auch meine Hauptbetätigung, das Ganze aufzubauen und groß zu machen. Sprungbrett ist ein Herzensprojekt mit viel Potential – ohne Leidenschaft und viel Engagement würde es Sprungbrett nicht geben.

Danke Nicola für das Interview. Wir sind schon gespannt, wo wir Dich als nächstes treffen. Wer wissen möchte, wieder der Weg nach dem Karriereende von Nicola Thost weiter geht, der folgt ihr am Besten bei Facebook oder Instagram.

Hat Euch das Interview gefallen? Dann liked unsere Facebook-Seite, gebt ein „Gefällt mir“ folgt uns auf Twitter oder hinterlasst einen Kommentar, wir freuen uns auf Eure Reaktionen.

Foto-Credits: Nicola Thost;  Titel Marco Freudenreich; S-W-Pic Mount Hood Pat Moore; Sprungbrett-Bild Mike Pilko

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Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland http://outdoorrunde.de/mountainbike-tour-auf-eis-und-schnee-mit-dem-fatbike-durch-groenland/ http://outdoorrunde.de/mountainbike-tour-auf-eis-und-schnee-mit-dem-fatbike-durch-groenland/#respond Mon, 06 Mar 2017 18:57:04 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4467 Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland entlang des Arctic Circle Trails…Fabian Mooser und Claude Balsinger würde man umgangssprachlich als „verrückte Hunde“ bezeichnen. Doch der Walliser Bergführer und der Geschäftsführer von Allegra-Tourismus haben Erfahrung mit solchen Abenteuern. Claude Balsiger durchfuhr mit seinem Bike bereits den indischen Teil des Himalaya im Winter […]

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Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland entlang des Arctic Circle Trails…Fabian Mooser und Claude Balsinger würde man umgangssprachlich als „verrückte Hunde“ bezeichnen. Doch der Walliser Bergführer und der Geschäftsführer von Allegra-Tourismus haben Erfahrung mit solchen Abenteuern. Claude Balsiger durchfuhr mit seinem Bike bereits den indischen Teil des Himalaya im Winter und als Bergführer ist Fabian Mooser andere Extreme gewohnt.  Zudem haben beide zusammen mit dem Bike schon einiges erlebt. So bestiegen sie mit ihren Bikes das Bishorn (4153m) und fuhren anschließend über den Gletscher wieder hinab. Den 170 Kilometer langen Arctic Circle Trail bezwangen Claude und Fabian in vier Tagen. Startpunkt: Kangerlussuaq, Zielort: Sisimiut

Bergführer Fabian Mooser Arctic Circle Trail Claude Balsiger

Ein Projektstart mit Hindernissen

Die Vorbereitung eures Abenteuers stand jetzt nicht gerade unter einem günstigen Stern. Claude, du hast dich einen Monat vor eurem Grönland-Projekt schwer verletzt. Hast du überhaupt dran geglaubt, dass Du die vier Tage durchs ewige Eis schaffen kannst?

Claude Balsiger: Ich war ziemlich entspannt. Klar, das war ein Schock, als mir die Ärztin nach dem Röntgen sagte, dass ich mir eine Syndesmose-Ruptur zugezogen hätte und dass ich sechs Wochen einen Gips tragen müsse. Meine erste Frage war dann, ob auch vier Wochen Gips reichen würden? Gott sei Dank konnte ich mit ihr verhandeln und so begann ich mein Training an den Gips anzupassen…auf Expeditionen ist Improvisationstalent eh wichtiger als Fitness und der Wille ist wichtiger als die Technik. Das gilt auch für die Vorbereitung. Zudem wusste ich ja, dass ich mit Fabian einen Partner habe, dem ich zu 100% vertrauen konnte. Und mal ganz ehrlich: Selbst wenn ich in Grönland keinen Meter hätte fahren können, dann hätte ich Fabian vom Hundeschlitten aus unterstützt und für gute Stimmung gesorgt.
Fabian Mooser: Ich kenne Claude schon sehr lange. Ich war mir von Anfang an sicher, dass er für unser Projekt fit genug ist. Der Zeitpunkt der Verletzung war sicherlich unglücklich. Entscheidend für mich war aber das O.K. der Ärzte.

Auf Expeditionen ist Improvisationstalent eh wichtiger als Fitness und Wille wichtiger als Technik

 

Den Arctic Circle Trail im Winter zu befahren ist jetzt ein Projekt, dass nicht gerade alltäglich ist…wann ist euch die Idee dazu gekommen?

Fabian Mooser: Claude hatte die Idee einmal bei einem gemeinsamen Biketag in der Region Leukerbad. Es ist auf seinem Mist gewachsen!!!! (lacht)
Claude Balsiger: Ich bin seit 2007 aktiv auf der ganzen Welt auf MTB-Expeditionen unterwegs. 2012 und 2013 hatten wir probiert den Himalaya im Winter auf einem gefrorenen Fluss zu durchqueren. Damals entwickelte ich eine Liebe für den Winter und das Element Eis. Als wir auf Grönland als Expeditionsland kamen, war für mich sofort klar, dass uns der Winter und das Eis helfen würden, denn im Sommer herrschen da nur Sumpf und die ultimative Mückenplage!

Eis, Schnee und Temperaturen um -20 Grad

Die klimatischen Verhältniss auf Grönland findet man in Europa nicht vor…wie sah eure Vorbereitung aus, gerade im Hinblick auf die Kälte, die sich schlecht simulieren lässt?

Claude Balsiger: Wir kannten die Kälte schon sehr gut von unserer Winterdurchquerung durch den Himalaya. Klar ist, dass bis Minus 20 Grad alles ziemlich gut geht, darunter wird’s dann extrem hart. Direkt vor der Reise haben wir uns nicht auf die Kälte vorbereitet, es ist erstaunlich wie schnell der Mensch sich an extreme Bedingungen anpasst und damit zu leben lernt. In uns steckt viel mehr als wir denken, meist fehlt ganz einfach der Mut!
Fabian Mooser: Die Reise war im März. Ich bin während den Wintermonaten in Höhen zwischen 1500 m.ü.M. und 4000 m.ü.M unterwegs. Nicht selten gibt es da -20 Grad Celsius. Das grössere Problem war eher der schnelle Wechsel zwischen kalt und warm. In der Sonne und ohne Wind war’s schnell heiss und mit Wind im Schatten schnell bitter kalt.

Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee - Mit dem Fatbike durch Grönland

Claude Balsiger und Fabian Mooser auf dem Arctic Circle Trail in Grönland / Fotocredit: @Martin Bissig

Euer „Zwiebel-Prinzip“ sah meist fünf Kleidungsschichten vor. Fängt man da nicht auch bei Minus 20 Grad an zu  schwitzen?

Fabian Mooser: Ja definitiv. Aus diesem Grund war wichtig das Tempo richtig zu wählen um den Temperaturhaushalt im Griff zu haben.
Claude Balsiger: Davor mussten wir uns enorm in Acht nehmen. Deshalb sind wir nur so schnell gefahren, dass wir nicht ins Schwitzen gekommen sind und nur so langsam gefahren, dass uns nicht kalt wurde. Beispielsweise sind die Ränder unserer Skibrillen immer durch den Schweiß nass geworden. Hast du sie dann 30 Sekunden abgesetzt, war schon alles gefroren. Und wenn du eine gefrorene Skibrille auf die Stirn setzt, dann gibt das einen herrlichen Brain-Freeze!

Nun seid Ihr Zwei erfahrene Biker…habt ihr trotz der tiefen Temperaturen, dem Schnee, der vielen Kleiderschichten usw. Euren Rhythmus beim Fahren gefunden?

Claude Balsiger: Das Fahren war eine eher meditative Sache, vergelichbar wie beim Skitourengehen. Das war ja keine MTB-Tour im klassischen Sinn mit viel Action. Im Einklang mit Natur und mit den Hunden und dem Schlitten glitten wir durch Grönland, über Schnee, Eis, Seen und Fjorde. Körperlich war es, abgesehen von der Kälte, ein machbare Aufgabe.
Fabian Mooser: Am Anfang war es nicht ganz einfach. Später haben wir aber gemerkt, dass die Geschwindigkeit des Hundeschlittens gar nicht so schlecht passt.

Also, ich habe kalte Hände und Füße bei Temperaturen um 0 Grad. Wie sieht der Schutz bei Temperaturen von unter Minus 20 Grad aus? 

Claude Balsiger: Da hilft nur ständig in Bewegung bleiben oder  Schutz suchen.
Fabian Mooser: Ich hatte meine „bulletproof“ Sorelschuhe an. Sie waren zwei Nummern grösser als normal, um noch zusätzlichen Luftraum zu bieten für’s Isolieren. Außerdem waren die grössten und wärmsten Black Diamond Daunenmids mit dabei. Alles optimales Material bei der Kälte aber natürlich war die Kraftübertragung der viel zu grossen Sorelschuhe auf die Pedale nicht kraftsparend. Material auf das man sich verlassen kann, ist sehr wichtig.
Claude Balsiger: Material ist schon wichtig, aber nicht das Wichtigste. Menschen und ihr Wille sind das entscheidende. Jens-Erik war mit Wollpullover und Robbenfell-Handschuhen unterwegs, der brauchte keine Techi-Nerdi-Superausrüstung.

Ein freundlicher Riese ohne Techi-Nerdi-Ausrüstung

Claude und Fabian wurden auf Ihrer Tour von Jens-Erik begleitet, einem Einheimischen mit Schuhgröße 54. Jens-Erik kennt die Gegend in- und auswendig. Mit seinen 16 Schlittenhunden fährt er die Strecke mehrmals im Jahr ab. Das Projekt „Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland“ von Claude und Fabian unterstützte Jens-Erik, indem er die Beiden begleitete und ihr Gepäck transportierte. 

Guide Jens Erik und Claude Balsiger @Martin Bissig

Größenvergleich…Guide Jens Erik und Claude Balsiger / Fotocredit: @Martin Bissig

Ich bin dankbar, das mich das Mountainbiking immer wieder an solche eindrücklichen Orte bringt

 

Ihr hattet mit Jens-Erik einen Guide dabei, der Eure Ausrüstung mit dem Schlitten transportiert hat. Wäre das Projekt auch ohne ihn möglich gewesen?

Claude Balsiger: Es wäre ein anderes Abenteuer geworden – vielleicht auch möglich, aber bestimmt nicht so gut.
Fabian Mooser: Möglich sicher. Die Momente mit den Hunden und unserem Guide machten die Reise aber sehr speziell. Zudem erhielten wir sehr viel Insiderinformationen von ihm.

Und wie habt ihr es dann mit den Pausen gemacht?

Fabian Mooser: Wir haben unsere Pausen während den Etappen immer kurz gehalten. Zehn Minuten plus minus und das jede Stunde. Mittags war der Plan in den wenigen Hütten unterwegs Pause zu machen. Die Hüttenpausen gingen ca. eine Stunde.
Claude Balsiger: Ja, und zwischendurch haben wir immer einmal einen Tee getrunken. Im Windschatten bei Sonnenschein ist das alles gar nicht so schlimm.

…und weil euch abends langweilig war, habt ihr dann noch groß aufgekocht? 

Fabian Mooser: (lacht) Abends wurden wir bekocht. Jens-Erik hat uns ein Nachtessen zubereitet. Ansonsten gab es immer Fertigmahlzeiten.
Claude Balsiger: Wir hatten Katadyn Trockenmahlzeiten dabei um Gewicht zu sparen. Die sind ziemlich lecker und unkompliziert.

Zwei Berge und sonst…endlose Weite

Grönland und seine Polarlichter @Martin Bissig

Polarlichter auf Grönland / Fotocredit: @Martin Bissig

Angesichts der enormen Kälte und der eher menschenfeindlichen Umgebung…habt Ihr auf der Reise überhaupt Spaß gehabt oder war das nur Quälerei?

Claude Balsiger: Diese Reise war bestimmt keine Quälerei! Hey, das war Grönland, einer der magisten Orte der Welt. Ich bin dankbar, dass mich das Mountainbiking immer wieder an solche eindrücklichen Orte bringt. Ein Mal im Leben das grönländische Inlandeis zu sehen, diese weissen Weiten, mit einem Schlittenhundgespann und einem Einheimischen unterwegs zu sein, das alles ist Spass pur.
Fabian Mooser: Da stimme ich Fabian voll und ganz zu…Quälerei sieht ganz anders aus. Es war genau die richtige Mischung.

Ich fahre jedes Jahr um die 120 Tage Ski. Die ganze Szenerie ist also nix Neues für mich.

 

Spass pur…das müsst ihr mir mal erklären. Wenn man acht Stunden pro Tag auf dem Bike sitzt und alles um einen herum ist weiß…das ist doch monoton und langweilig…

Claude Balsiger: Nicht im geringsten. Erst wenn alles weiss und gleich ist, erkennt man, wie viele feine Farbschattierungen es überhaupt zu sehen gibt. Violette Felsformationen, grüne Nordlichter, ein Himmel mit dutzenden Schattierungen von Blau. Und schlussendlich war das ja keine Solo-Expedition, sondern eine Team-Leistung mit Fabian, der immer für beste Walliser-Unterhaltung sorgt!
Fabian Mooser: (lacht) Ich fahre jedes Jahr um die 120 Tage Ski. Die ganze Szenerie ist also nix Neues für mich. Wir hatten zudem gutes Wetter, also immerhin die Hälfte war blau.

Welche Faszination hat Grönland auf Euch ausgeübt, vor und während der Reise? 

Fabian Mooser: Vor der Reise sicherlich die Ungewissheit wie es vor Ort aussieht: Deckt sich das Ist mit dem Erwarteten? Während der Reise die unglaubliche Weite, welche besonders auffällt, wenn man sich wirklich einmal ein paar hundert Meter von den Freunden entfernt.
Claude Balsiger: Grönland war schon immer ein Kindheitstraum von mir. Exotische, extreme Ort haben mich seit je her angezogen, ich habe einfach den Drang mehr zu sehen, mehr zu entdecken, als uns so offensichtlich vor den Füßen liegt in Europa. Während der Reise erfüllte Grönland dann jeden Wunsch: Nordlichter, eindrückliche Eismassen, weiße Weiten, menschenleere Ebenen und warmherzige und humorvolle Menschen.

Weiß soweit das Auge reicht @Martin Bissig

Endlose Weiten…der Arctic Circle Trail auf Grönland / Fotocredit: @Martin Bissig

Ihr hattet zwei größere Anstiege auf der Tour (an einem Tag waren es 400 Höhenmeter, am anderen 600 Höhenmeter), wie viele Höhenmeter wären das bei uns in den Alpen?

Fabian Mooser: Das ist schwierig zu sagen. Die Ausrüstung und das Klima machen die Höhenmeter sicher nicht einfacher. Jedoch hatten wir den ganzen Tag Zeit und nix anderes zu tun. Wir konnten uns also Zeit lassen und hatten keinen Stress! Ein Hubschrauber hat bei niedrigen Temperaturen mehr Leistung. Vielleicht wäre die Messung der Luftzufuhr in unsere Lungen ein Anstoss für eine nächste wissenschaftliche Studie. Auf den Punkt gebracht: Es gibt viele Einflüsse die einen Vergleich Höhenmeter Grönland und Höhenmeter Alpen schwer machen.
Claude Balsiger: Hm, schwierige Frage..weiss nicht. Stell dir einfach vor, du musst eine 600 Meter hohe Sanddüne hoch. Am besten mit dem Bike…

In Grönland gibt es noch so viel zu entdecken, mit den Ski, zu Fuß oder dem Bike

 

Gab es für Euch einen Moment, wo Ihr gesagt habt, unmöglich, wir brechen ab?

Claude Balsiger: Nein, auf dieser Expedition bin ich nicht so an meine Grenzen gekommen und Fabian war auch immer eine gute Stütze. Wenn man sich gut versteht, kann man sich auch aufeinander verlassen, wenn es mal nicht so läuft. Insgesamt waren wir nur zehn Tage unterwegs. Bei der Himalaya-Winterdurchquerung waren wir einen Monat unterwegs, das hat massiv mehr an der Substanz gezehrt.
Fabian Mooser: Zu keinem Zeitpunkt habe ich ans Abbrechen gedacht. Es war insgesamt ein Abenteuer mit der richtigen Mischung.

Die Frage ist zwar abgedroschen, aber ich stelle sie trotzdem…gab es den perfekten Moment auf der Tour? 

Fabian Mooser: Sicherlich der Moment als wir das Ziel Sisimiut erreicht haben.
Claude Balsiger: Die besten Momente waren bestimmt mit Jens-Erik und Fabian. Als das Eis zwischen Jens-Erik und uns beiden etwas getaut ist, wurde es richtig lustig. Ich meine der Mann war ja ein Hüne von über 2 Metern und massig wie ein Eisbär. Dennoch zeigte er sich als sehr sensibler Mensch, der sich viele Sorgen um die Zukunft seiner Heimat und seines Volkes macht.

Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland…und jetzt?

Könntet ihr euch vorstellen noch einmal nach Grönland zurückzukommen?

Claude Balsiger: Ganz bestimmt. In Grönland gibt es noch so viel zu entdecken, mit den Ski, zu Fuß oder dem Bike. Das Inlandeis müsste noch mit den Bike überquert werden…
Fabian Mooser: Ja,  ganz bestimmt.

Immer im Blick...Claude Balsiger und Fabian Mooser @Martin Bissig

Immer im Blick…Claude Balsiger und Fabian Mooser / Fotocredit: @Martin Bissig

Was war anstrengender Eure Bikebergsteiger-Tour auf einen 4000er oder diese Grönland-Reise?

Claude Balsiger: Wahrscheinlich schon Gröndland, wobei auch der 4000er in die Beine ging. Vergleichweise waren beides einfache Touren, wenn ich an die wochenlange Himalaya-Expedition denke, die ein körperlicher und geistiger Abnutzungskampf war.
Fabian Mooser: Beide Abenteuer waren verschieden. Es ist schwierig Birnen und Äpfel zu vergleichen. Für mich war die Bikebergsteigen-Tour anstrengender. Oder waren die Eindrücke von Grönland zu überwältigend und ich habe die Anstrengung verdrängt….?

Was kommt als Nächstes für Euch?

Claude Balsiger: Als nächstes kommt ein leckerer Kaffee, denn ich war grad zwei Wochen zum Powdern in Hokkaido und da gibt’s keinen guten Kaffee…(lacht)
Fabian Mooser: Zuerst einmal Pulverschnee fahren und danach sicher ein paar eindrückliche Biketage. Es sind ein paar Ideen in der Luft aber noch nix konkretes.

Und zum Abschluss: Wer von Euch beiden wäre der bessere Grönländer?

Fabian Mooser: Claude! Er hat die Sprache besser im Griff.
Claude Balsiger: Defintiv Fabian, er mag Eisbärinnen.

Ihr habt bis hier unten gelesen, Euch hat das Interview zu dem Projekt „Mountainbike-Tour auf Eis und Schnee – Mit dem Fatbike durch Grönland“ also gefallen? Dann liked unsere Facebook-Seite, so verpasst Ihr keine neuen Beiträge mehr, folgt uns auf Twitter und Instagram oder hinterlasst einen Kommentar, wir freuen uns auf Eure Reaktionen.

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German Roamers – Fotos für Outdoor-Fans http://outdoorrunde.de/german-roamers/ http://outdoorrunde.de/german-roamers/#respond Sat, 11 Feb 2017 10:06:37 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4315 German Roamers…bitte wer? Tag um Tag werden wir in unseren SocialMedia-Kanälen mit Bildern überflutet. Egal ob Facebook oder Instagram…wir werden konfrontiert mit schlechten Fotos, guten Fotos und Fotos von den German Roamers! Das sind 14 deutsche Fotografen, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Potential der besten deutschen Outdoorfotografen auf Instagram zu bündeln und dabei […]

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German Roamers…bitte wer?

Tag um Tag werden wir in unseren SocialMedia-Kanälen mit Bildern überflutet. Egal ob Facebook oder Instagram…wir werden konfrontiert mit schlechten Fotos, guten Fotos und Fotos von den German Roamers! Das sind 14 deutsche Fotografen, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Potential der besten deutschen Outdoorfotografen auf Instagram zu bündeln und dabei die Natur in Deutschland in den Fokus zu stellen. Über 2,5 Millionen Follower können nicht so falsch liegen. Die unter #weroamgermany veröffentlichten Fotos der German Roamers haben etwas Besonderes, sie haben das, was wir Hobby-Knipser nur sehr selten hinbekommen – die perfekte Bildsprache! (s. Titelbild by @theolator)
Johannes Höhn ist Gründungsmitglied der German Roamers, ihm alleine folgen auf Instagram unter @pangea über 172.000 Follower. Grund genug, um sich bei Johannes mal ein paar Tipps zu holen…

German Roamers - Pic by @pangea

Pic: @pangea/ Instagram-Follower >172.000

Jeder kann Fotos machen, egal ob mit dem Handy oder der Spiegelreflex…doch die Ergebnisse sind bei den meisten Hobby-Knipsern eher bescheiden. Aber wie mache ich denn nun Fotos, wie sie die German Roamers machen? 😉

Puh, das ist natürlich eine recht umfangreich zu beantwortende Frage. Ich denke, dass hier viele Faktoren einenEinfluss haben. Zunächst sollten die Wetter-Bedingungen passend sein. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein wird es nahezu unmöglich ein „moody“ Bild zu schießen. In den frühen Morgenstunden, bei Sonnenuntergang oder in einer kristallklaren Nacht loszuziehen, das  erhöht die Erfolgschancen für ein gutes Foto. Daneben sollte das Equipment natürlich geeignet sein, doch vielmehr noch kommt es auf die Komposition und hinterher die Nachbearbeitung an. Alle Faktoren spielen zusammen und haben Einfluss auf das finale Bild.

Das perfekte Outdoor-Foto muss mich fesseln

 

Vom „goldenen Schnitt“ hat jeder schon Mal gehört, aber wie sieht das perfekte Outdoor-Foto aus?

Ich weiß nicht wie DAS perfekte Outdoor-Foto aussieht, hier hat wahrscheinlich jeder seine eigenen Vorstellungen. Für mich persönlich muss das perfekte Outdoor-Foto mich fesseln, mich in seinen Bann ziehen, sodass ich es mir immer und immer wieder anschauen will. Dies würde wahrscheinlich durch eine unwirklich anmutend epische Wetter- und Landschaftskombination hervorgerufen werden, gepaart mit einem Menschen, der als Subjekt in dieser Szenerie das Bindeglied zwischen dem festgehaltenen Moment und meinen Synapsen herstellt.

German Roamers - Pic by @moners

Pic: @moners/ Instagram-Follower >209.000

Was sind die größten Fehler, die man beim Fotografieren machen kann? 

Ich glaube, einer der größten Fehler ist es, wenn man sich zu sehr auf ein bestimmtes Motiv oder eine bestimmte Bildsprache einschießt. Oft muss man die Dinge einfach so nehmen, wie sie kommen, um in einen kreativen Flow zu kommen. Weitere große Fehler sind es, die Speicherkarte zu vergessen, oder den Akku der Kamera nicht geladen zu haben. Alles schon passiert, und das ist wirklich das Allerschlimmste! 🙂 Spaß beiseite, natürlich gibt es viele weitere „Fehlerquellen“, wobei Fehler das falsche Wort ist. Mit jedem Shooting lernt man dazu, ob man Fehler gemacht hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Das ist wie überall im Leben, nur wer hinfällt und danach aufsteht, kann auch wachsen und sich weiterentwickeln.

Einfach mal einen Meter rechts den Auslöser drücken

 

Warum ist meine direkte Umgebung, der perfekte Ort um Outdoor-Fotos zu machen?

Das liegt ganz einfach daran, dass es zu großen Teilen auf die Wetter-Bedingungen und die Bildidee ankommt, ob ein Foto herausragend werden kann oder nicht. Wer bereit dazu ist, früh aus dem Haus zu gehen, wenn der Rest der Stadt noch schläft, der wird seine Umgebung in einem ganz neuen Erscheinungsbild wahrnehmen. Wer bereit dazu ist, bei Minusgraden und dichtem Nebel in den Wald zu laufen, der wird mit einzigartig stimmungsvollen Motiven belohnt. Zudem kann man in heimischen Gefilden Sicherheit erlangen, seine fotografische Praxis trainieren. So entwickelt sich eine Routine, die dann auf einem großen Foto-Trip abgerufen werden kann.

German Roamers - Pic by @jannikobenhoff

Pic: @jannikobenhoff/ Instagram-Follower >528.000

Was halten die German Roamers von Handy-Fotografie?

Handy-Fotografie ist super. Für Schnappschüsse und auch für ernstzunehmende Fotografie sind die Geräte heutzutage zu gebrauchen. Das Handy ist einfach die transportabelste Kamera, die jeder sowieso immer und überall dabei hat. Das ist ein schlagkräftiges Argument dafür, sie auch zu nutzen.

Egal ob Bikes, Fotoapparate oder Fernseher…die meisten Deutschen sind Material-Junkies. Sie wollen wissen, welches Material Freunde, Kollegen und Profis  für ihr  Hobby nutzen. Welche fünf Sachen haben die German Roamers als Foto-Grundausstattung dabei, wenn sie auf Tour gehen? (…klickt auf den Rucksack!)

Kann man sich mit gutem Material gute Fotos kaufen?

Die Antwort lautet hier ganz klar: Nein. Kann man sich indem man andere Fotografen kopiert, ihre Spots abklappert und Bildkompositionen nachahmt, einen Namen bei Instagram machen? Die Antwort lautet: Leider ja. Das nervt auch sehr. Ein Appell an alle Nachwuchs-Fotografen: Es ist cool, sich inspirieren zu lassen, aber bitte macht nicht das einhunderttausendste Foto genau wie alle anderen vor euch, nur weil es viele Likes bringt! Wenn ihr euch selbst als Fotografen oder sogar Künstler bezeichnet, dann beinhaltet dies auch einen Funken Anspruch an die eigene Kreativität – einfach mal einen Meter weiter rechts den Auslöser betätigen, und schon habt ihr eure eigene Interpretation vom Pragser Wildsee geschaffen.

Wie steht ihr zur Nachbearbeitung – oder macht die Nachbearbeitung vielleicht sogar erst das perfekte Bild?

Die Nachbearbeitung ist definitiv ein ebenso wichtiger Teil der Bildkreation wie das Fotografieren selbst.

Plötzlich ist es cool geworden, blaue Seen und Berge zu fotografieren

 

Wo liegt die Zukunft der Outdoorfotografie?

Das kann ich nur schwerlich beurteilen. Ich kenne die Branche nicht wirklich gut, sehe das meiste durch meine Internet-Social-Media-Brille. Klassische Printmedien werden wohl auch weiterhin auf die klassische Landschaftsfotografie setzen, was auch vollkommen ok ist. Für mich persönlich sieht die Zukunft der Outdoor-Fotografie so aus, dass es immer mehr weg vom technisch perfekt ausgearbeiteten Bild, hin zu stimmungsvollen Momentaufnahmen geht. Das Feld der Landschaftsfotografie hat sich in meinen Augen durch die Entwicklungen bei Instagram extrem weiterentwickelt. Plötzlich ist es cool geworden, blaue Seen und die Berge zu fotografieren. Folglich finden immer mehr Foto-Interessierte ihren Weg raus in die Natur und bringen ihren eigenen Bildstil direkt mit. Diese Entwicklung können alteingesessene Landschafts-Fotografen nur schwer verkraften, aber so ist eben der Lauf der Dinge. Ich denke, dass sich hier einfach mehrere Felder ausgestalten werden, wie das in anderen Genres auch der Fall ist. Es wird in Zukunft nicht mehr so einfach sein, jemanden in die Schublade „Landschafstfotograf“ zu stecken. Ich finde es extrem spannend, Teil dieser Entwicklung zu sein und zu sehen wo es hingeht.

Gebt ihr Euer Wissen weiter, ich hab gelesen, es gibt Events von den German Roamers…

Wir würden echt liebend gerne häufiger Community-Events machen. Leider erfordert das viel Zeitaufwand, den wir aktuell nur bedingt aufbringen können. Für 2017 planen wir aber wieder öffentliche Foto-Meets, wo jeder Interessierte hinzustoßen kann.

German Roamers - Pic by @daniel_ernst

Pic: @daniel_ernst/ Instagram-Follower >432.000

Wie sehen die Pläne der German Roamers für die nächste Zeit aus?

Da die German Roamers eine Gruppe von 14 Personen sind, sind die Pläne auch sehr breit ausgestaltet. Pauschal kann man sagen, es ist sehr viel los, es wird viel gereist und fotografiert – und das ist ja auch die Hauptsache!

Gibt es verschiedene Strömungen innerhalb Eurer Community?
Das kann ich nur schwer beurteilen. Soweit ich es überblicken kann, ist es aber eine recht einheitliche Entwicklung, unser Bildstil wird von vielen gefeiert und sie beteiligen sich an dieser Entwicklung. Es ist jetzt spannend zu sehen, was der nächste Schritt sein wird.

Die Bilder haben oft eine ähnliche Stimmung – Attribute wie Schönheit, Stille, Klarheit, Respekt vor der Natur kann ich gut jedem Bild zu schreiben. Empfindet ihr das auch so?

Teilweise schon, da stimme ich dir zu! Andererseits kann es auch mal um Action,  Abenteuer und Bewegung gehen. Respekt vor der Natur ist aber stets ein großer Teil der Bilder, das kann man auf jeden Fall so festhalten.

German Roamers - Pic by @moners

Pic: @moners/ Instagram-Follower >209.000

Ihr seid nicht mehr nur in Deutschland unterwegs…ihr seid zum Beispiel auch in Nordamerika gewesen…wie finanziert ihr euch?

Oft sind wir für die ortsansässigen Tourismus-Verbände unterwegs, um deren Destination in unserem Bildstil festzuhalten. Sie kümmern sich dann um unsere Anreise und Unterkunft, im Gegenzug werfen wir einen Blick auf die Region durch die „Roamers-Brille“. Gepaart mit unserer ganz ansehnlichen Reichweite entsteht so ein spannendes Komplettpaket: Qualitativ hochwertige Bilder und Reichweite. Parallel dazu hat jeder einzeln natürlich seine Kunden, für die er unterwegs ist. Das läuft häufig über die individuellen Kontakte, weniger über die German Roamers als Gruppe.

Was ist das Geheimnis eures Erfolges?

Sag du es mir, sobald du es herausgefunden hast. 🙂

Wem folge ich auf Instagram – außer den German Roamers natürlich?

Das kommt ganz darauf an, was dich interessiert. Falls es in die Roamers-Richtung gehen soll, dann kann ich dir wärmstens @greatnorthco, @stayandwander und @thevisualscollective empfehlen. Dort bekommt man erstklassigen „Best of“ Outdoor-Content geboten.

Gibt es da Konkurrenz zwischen Euch, so nach dem Motto „ich hab mehr Follower“?

Nein, das auf keinen Fall. Man freut sich, wenn es bei den anderen gut läuft. Dass es bei manchen raketenartig durch die Decke schießt, das wirft manchmal Fragen an die App im Allgemeinen und einen Hauch von Neid auf, aber Missgunst ist da nicht dabei. Ich persönlich achte bei einem Fotografen auch nicht auf die Follower, sondern auf die Arbeit, die er veröffentlicht. Es gibt wahnsinnig großartige Leute, die unterm Radar schippern – das sind die Accounts, bei denen ich mich jedes Mal riesig freue, wenn ich sie entdecke. Keiner kennt sie und trotzdem sind sie unglaublich inspirierend.

Warum sollte man euch auf Instagram unbedingt folgen?

Keine Ahnung, wenn du unsere Bilder und Bildsprache magst, dann folge uns. Wenn nicht, ist das auch ok

Manchmal fühle ich mich wie ein Junkie

 

Was macht für dich die „Faszination Outdoor-Fotografie“ aus?

Es ist die Mischung aus dem Erleben großartiger Landschaften und Natur-Schauspiele, gepaart mit dem Festhalten dieser Momente in Form von einzigartigen Fotografien. Das ist für mich eines der intensivsten und großartigsten Gefühle, die es gibt. Du musst schnell reagieren, manche Lichtsituationen bestehen nur für wenige Momente. In diesen Augenblicken am richtigen Ort zu sein und das Bild zu machen, ist einfach wahnsinnig spannend. Manchmal fühle ich mich aber auch wie ein Junkie. Ich kann manche Momente nicht einfach im Stillen genießen, es ist für mich eine Qual, bei einem krassen Sonnenaufgang die Kamera neben mir unberührt liegen zu lassen. Das ist als ob du ein Schnitzel vor der Nase eines Rottweilers baumeln lässt, aber er muss stillhalten und darf das Teil nicht verschlingen. So in etwa fühlt sich das an. Hahaha

German Roamers - Pic by @muenchmax

Pic: @muenchmax / Instagram-Follower >345.000

Ich finde, mit Euren Bildern verhelft ihr deutschen Landschaften zu neuer Popularität, was ist Dein Lieblingsrevier in Deutschland?

Da gibt es viele Ecken, die super sind. Schwarzwald und Allgäu gehören aber zu meinen Favoriten.

Gibt es eine Jahreszeit, in der du am liebsten unterwegs bist?

Definitiv im Herbst. Die Farben und der häufig auftretende Nebel sind einfach unschlagbar.

German Roamers - Pic by @iamarux

Pic: @iamarux/ Instagram-Follower >73.000

Von was/wem lässt du dich für deine Fotos inspirieren?

Es gibt viele Einflüsse. Natürlich inspiriert mich die Arbeit von anderen Fotografen, aber auch in der Musik und anderen Elementen des Alltags finde ich Inspiration.

Beschreib mal das Gefühl, wenn du gerade den perfekten Zeitpunkt & Spot für Dein Foto gefunden hast…

Das ist schwierig zu beschreiben. Endorphin Overkill auf jeden Fall! Du wirst mich wild herumrennen sehen, mit einem fetten Lachen auf dem Gesicht, und ich werde ständig Dinge wie „Alter ist das geil!“ und „Episch!“ schreien. Grown man behaviour halt.

 

German Roamers German Roamers German Roamers

 

Johannes Höhn

Johannes ist 29 Jahre alt, lebt und arbeitet in Köln als Outdoor- und Lifestyle-Fotograf. Als Diplom-Sportwissenschaftler hat er seine langjährige Leidenschaft, das Fotografieren, zum Beruf gemacht. Seine Arbeiten sind ein Spagat zwischen Street- und Landschaftsfotografie, da er sich sowohl in der Natur als auch in den spannendsten Städten dieser Welt wohl fühlt.

 

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MegaMarsch – So weit die Füße tragen http://outdoorrunde.de/megamarsch-die-weitwander-challenge-fuer-alle-ausdauer-fans/ http://outdoorrunde.de/megamarsch-die-weitwander-challenge-fuer-alle-ausdauer-fans/#comments Thu, 02 Feb 2017 07:29:02 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4250  MegaMarsch…100 Kilometer auf den Beinen, 24 Stunden ohne Schlaf…schon einmal von diesem Sportevent gehört? Nein, wir auch nicht…bis jetzt. MegaMarsch spricht alle an, die gerne und lange wandern wollen.  Marco Kamischke und Frederick Hüpkes haben sich den MegaMarsch ausgedacht. Allein in diesem Jahr finden in Deutschland vier Veranstaltungen statt. Ein Event startet in München und führt […]

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 MegaMarsch100 Kilometer auf den Beinen, 24 Stunden ohne Schlaf…schon einmal von diesem Sportevent gehört? Nein, wir auch nicht…bis jetzt. MegaMarsch spricht alle an, die gerne und lange wandern wollen.  Marco Kamischke und Frederick Hüpkes haben sich den MegaMarsch ausgedacht. Allein in diesem Jahr finden in Deutschland vier Veranstaltungen statt. Ein Event startet in München und führt bis an die österreichische Grenze.

MegaMarsch-Gründer Frederick Hüpkes und Marco Kamischke

Frederick Hüpkes und Marco Kamischke / Foto: MegaMarsch

Marco, jetzt mal Hand aufs Herz…warum sollte ein vernünftiger Mensch 100 Kilometer in 24 Stunden gehen und wie kam es eigentlich zur Idee MegaMarsch?

Tja, warum nicht?! (lacht)….ich glaube diese Frage stellen sich viele, auch mein Kompagnon Frederick und ich haben uns das gefragt. Die eigentliche Idee dahinter war, eine Challenge ins Leben zu rufen, bei der man für kurze Zeit aus dem Alltag ausbrechen kann. Was kann man seinem Körper zumuten? Was kann jeder von uns erreichen ohne große Hilfsmittel? So kamen wir schnell auf das Wandern, denn Gehen kann jeder. Wir wollten aber eine Herausforderung, die an die Grenzen geht…und 100 Kilometer in 24 Stunden zu gehen, das ist eine große Herausforderung.

Die meisten verrückten Ideen entstehen aus einer Laune heraus. Manchmal ist auch Alkohol im Spiel…ich glaube bei euch war es das ein oder andere Glas Altbier…

…(lacht) und dazu kam sicherlich auch noch eine Prise Übermut, so nach dem Motto: was soll denn daran so schwierig sein, das ist ja nur Gehen.

 

Ablauf

Beim MegaMarsch gibt es keinen Sieger, es werden keine Zeiten genommen. Als Gewinner kann sich jeder fühlen, der bei dem Event mitmacht. Das Ziel ist es 100 Kilometer in 24 Stunden zu absolvieren. Wer das schafft wird in die Hall Of Fame aufgenommen und erhält eine Urkunde. Eine Urkunde gibt es auch für alle Teilnehmer (-innen), die nach 40, 60 oder 80km aussteigen. Auf der Strecke gibt es mindestens vier Verpflegungsstationen mit Wasser, Obst und Müsliriegeln.

Anmeldung

Wenn Ihr wirklich mitmachen wollt, dann könnt ihr euch hier anmelden. In diesem Jahr sind bislang vier Startorte fix: Hamburg 08. April (Ausverkauft!), München 13. Mai, Köln 23. September, Frankfurt 14. Oktober 

 

Als Veranstalter kennst du bestimmt die Strapazen, denen sich jeder Teilnehmer aussetzt. Wie erging es dir bei deiner ersten 100 Kilometer Wanderung?

Also, letztendlich bin ich noch nicht die 100 Kilometer gegangen. Das lag aber daran, dass wir von der Resonanz bei unserem ersten MegaMarsch total überrascht wurden. Wir hatten im Vorfeld eine Internetseite gebaut und den MegaMarsch über Facebook beworben. Dann haben sich aber so viele Leute gemeldet, so dass Frederick und ich über 24 Stunden mit Organisieren beschäftigt waren. So hatten wir beispielsweise in der Nacht nicht genügend Helfer an den Verpflegungsstationen. Also, sind wir eingesprungen und haben die ganze Nacht durch mitgeholfen, alle Teilnehmer zu versorgen. Deshalb ist meine MegaMarsch-Teilnahme ins Wasser gefallen. Aber sie wird nachgeholt, das steht fest!

Unter Wandern stelle ich mir immer ältere Menschen vor, die gemütlich durch den Wald spazieren. Meine Mutter hat auch schon an eine Weitwanderungen und Märschen teilgenommen. Sind jüngere Leute überhaupt interessiert , wer nimmt an so einem MegaMarschdaran teil?

Ich glaube, das ist für jede Altersgruppe etwas. Wenn man auf unsere Teilnehmerliste sieht, dann ist dort jede Altersgruppe vertreten… von 18 Jahren bis ins hohe Alter. Von Sportstudenten bis hin zu rüstigen Rentnern. Der älteste Teilnehmer, der den MegaMarsch erfolgreich absolviert hat, war 74 Jahre alt.

Finisher-Foto beim MegaMarsch

Wie groß ist das Teilnehmerfeld bei einem MegaMarsch?

Also, wir haben bei unserem ersten MegaMarsch knapp 200 Teilnehmer am Start gehabt. Bei unserem nächsten Event in Hamburg sind wir schon bei 1000 Teilnehmern. Dort sind wir bereits ausgebucht und es existiert sogar schon eine Warteliste. Allerdings haben wir mit der Stadt Hamburg vereinbart, dass wir bei 1000 Teilnehmern bleiben werden.

Organisatorisch stellt euch das sicherlich vor enorme Herausforderungen oder?

Ja, das ist richtig. Aus diesem Grund lassen wir auch vorerst nicht mehr als 1000 Teilnehmer zu. Wir haben aus unseren vergangenen Events viel gelernt, diese ganzen Erfahrungswerte kommen uns jetzt selbstverständlich zu Gute. Bislang kam es bei keinem unserer Events zu Problemen…toi, toi, toi. Bei den kommenden Events kann es sein, das wir über 1000 Teilnehmer zulassen. Das hängt allerdings von der Infrastruktur des jeweiligen Veranstaltungsortes ab. Es gibt auch Überlegungen mit unterschiedlichen Startzeiten zu arbeiten. So würde das Starterfeld entzerrt und der jeweilige Veranstaltungsort entlastet.

Von 1000 Teilnehmern, wie viele Wanderer schaffen tatsächlich die volle 100 Kilometer Distanz?

Ein großer Faktor spielt dabei die Streckenführung. Manche Strecken sind flach, andere wiederum sind hügliger. Bei unserem Event in Köln beispielsweise haben 25 Prozent der Teilnehmer die 100 Kilometer und weit über die Hälfte die 50 Kilometer Strecke.

Gibt es bestimmte Kriterien wonach ihr eure Strecken aussucht oder sagt ihr einfach…Köln, Hamburg, München, das wird schon passen.

Besonderen Wert legen wir bei der Streckenauswahl darauf, ob die Strecke interessant ist. Dann müssen wir sehen, dass wir die 100 Kilometer zusammenbekommen. Bei unserem MegaMarsch in Hamburg werden die Teilnehmer einen Rundkurs absolvieren. Die Strecke von München führt dagegen bis nach Mittenwald. Wichtig bei der Streckenauswahl ist für uns, dass die Teilnehmer eine vernünftige Infrastruktur vorfinden. Das ist meist gegeben, wenn wir auf bereits bestehenden Strecken laufen können. Bei der Strecke in München laufen die Teilnehmer größtenteils auf dem Jakobsweg, in Köln war es der Römerkanal-Wanderweg und in Hamburg der 2. Grüne Ring. Ein großer Vorteil für die Teilnehmer ist, dass die Wege entsprechend beschildert sind.

…wenn ich in München starte und in Mittenwald das Ziel ist. Wie komme ich zurück?

In Mittenwald haben wir das große Glück, dass sich das Ziel in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof befindet. Wer dagegen bei 60 Kilometern aussteigen möchte, der kann in Kochel am See in die Bahn steigen. Viele Teilnehmer greifen aber auch einfach auf das „Familien-Taxi“ zurück und lassen sich vom Mann oder der Frau abholen.

Bei der Organisation seid ihr sicherlich auch auf fremde Hilfe angewiesen. Gibt es entsprechende Kooperationen mit Wandervereinen etc.?

Ja, die gibt es. So sind beispielsweise die Städte und Vereine, die hinter den Wanderwegen stehen, unsere Kooperationspartner. In München ist es beispielsweise der Verein vom Jakobsweg. Die helfen uns mit Kontakten vor Ort und auch bei organisatorischen Problemen. Zudem müssen wir ja auch die entsprechenden Genehmigungen bei den Kommunen einholen, aber auch von dieser Seite erhalten wir Unterstützung. Bisher laufen wir damit offene Türen ein.

Gibt es vielleicht irgendeine Anekdote, die ihr in diesem Zusammenhang erlebt habt. Also, in Bayern wird man ja schon einmal schnell mit Blasmusik empfangen…

…(lacht) bei dem Event in Köln fand zeitgleich auch ein Feuerwehrfest statt. Das Ergebnis war, dass die Teilnehmer mit Schnitzelbrötchen und dem ein oder anderen Bier versorgt wurden. Auch standen viele Kinder an der Straße, die spontan Apfelsinen verteilt haben. Das war ein richtig schönes Erlebnis.

Wenn es nicht um das Gewinnen und die beste Zeit geht, dann kann man den MegaMarsch wohl eher als großes, sportliches Happening verstehen, oder?

Ja, so kann man es sehen. Viele Teilnehmer melden sich schon in der Gruppe an. Auf der Strecke merkt dann der ein oder andere Teilnehmer, dass der beste Freundin oder die Freundin nicht das gleiche Tempo gehen…und schon bilden sich wieder neue Gruppen. Wir fördern diesen Gruppengedanken auch. So haben wir für jede Stadt spezielle Facebook-Gruppen (München, Hamburg, Köln) , wo sich die Teilnehmer austauschen können. In München gibt es beispielsweise richtige Trainingsgruppen, die selbstständig von den Teilnehmern organisiert werden.

5 Tipps zur Vorbereitung auf einen MegaMarsch

  • Starte drei Monate vor dem Start regelmäßige 20 Kilometer Läufe
  • Trainiere niemals auf die volle Distanz
  • Höre immer auf deinen Körper, trainiere niemals in den Schmerz
  • Hinterfrage und optimiere regelmäßig deine Ausrüstung
  • Trainiere nicht nur das Laufen, sondern deinen ganzen Körper (Stabi-Training, Krafttraining, Stretching) 

Du hast jetzt viel mit Weitwanderern zu tun. Was ist das für ein Menschenschlag, kannst du sie charakterisieren?

Was wir merken ist, dass wir durch diesen Challenge-Charakter, nicht nur die Weitwanderer ansprechen sondern auch Triathleten und Marathonläufer. Generell sind es aber Menschen, bei denen der Sport im Leben eine wichtige Rolle spielt und die etwas Neues ausprobieren wollen.

Weitwanderungen, Marathonläufe, Triathlon, Ultra-Radrennen…haben die Menschen das Bedürfnis, sich kollektiv zu quälen?

Ja, ich glaube schon, dass das ein Trend ist. Es hat viel damit zu tun, dass die Menschen aus ihrem Alltag ausbrechen wollen. Sie wollen sich und ihren Körper wieder spüren. Und ich glaube, dass sich viele Menschen durch diese extremen Spielarten des Sports wieder lebendiger fühlen.

 Wie sehen eure Zukunftspläne aus, auf was konzentriert ihr euch als Nächstes?

Unser Fokus liegt jetzt erst einmal auf den kommenden Events in Hamburg und München, damit hier alles reibungslos und erfolgreich über die Bühne geht. Dann gibt es Überlegungen hinsichtlich schwierigerer Streckenprofile und neuer Destinationen. Und wir werden überlegen, wie groß wir die Veranstaltung noch machen können. Uns wird also nicht langweilig.

Danke Marco und viel Erfolg! Wer sich für einen MegaMarsch anmelden will, der macht dies über diese Website

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Riders for Refugees – Jacken für Griechenland http://outdoorrunde.de/riders-for-refugees/ http://outdoorrunde.de/riders-for-refugees/#respond Thu, 22 Dec 2016 20:45:42 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4156 Dieses Interview ist nur ganz kurz, hier geht’s für Euch darum mitzumachen und Gutes zu tun! Unsere Interviewpartner sind Danny Burrows und Alexis de Tarade. Danny hat 2015 Riders for Refugees gestartet. Er verdient sein Geld inzwischen als Fotograf und ist vielleicht dem ein oder anderen noch ein Begriff als ehemaliger Redakteur vom Onboard Mag. Alexis ist auch […]

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Dieses Interview ist nur ganz kurz, hier geht’s für Euch darum mitzumachen und Gutes zu tun! Unsere Interviewpartner sind Danny Burrows und Alexis de Tarade. Danny hat 2015 Riders for Refugees gestartet. Er verdient sein Geld inzwischen als Fotograf und ist vielleicht dem ein oder anderen noch ein Begriff als ehemaliger Redakteur vom Onboard Mag. Alexis ist auch ein ehemaliger Redakteur  – beim Method Snowboard Mag und jetzt bei ridewithlocal.

Flüchtling mit Weihnachtskarte

Im Camp in Calais

Um was geht es bei Riders for Refugees – Jacken für Griechenland

Danny Burrows: Die Bedingungen in den griechischen Flüchtlingslagern sind entsetzlich, einfachste Zeltunterkünfte, rationiertes Gas und Holz zum Kochen. Zudem sind die Lager überfüllt. Diese Probleme werden durch den kalten Winter noch größer. Auf der anderen Seite haben wir Wintersportler – besonders die, die in der Branche arbeiten – mehr Kleidung, als wir tragen können. Zudem legen einige Marken die gleiche  Wegwerfmentalität an den Tag,  wie andere Firmen auf dem restlichen Kleidungsmarkt. Das bedeutet:  Hochwertige wasserdichte und atmungsaktive Kleidung wird vernichtet, um mit den modischen Trends Schritt zu halten.

Bei uns geht’s deshalb darum, gute Kleidung mit den Flüchtlingen und den Vertriebenen in Griechenland zu teilen, um den Winter etwas erträglicher zu machen. Das hat gar nichts mit Politik zu tun. Es geht einfach darum, Menschen wie dir und mir zu helfen. Es geht um Mitgefühl und darum, dass zu machen, was mit unseren Mitteln möglich ist.

Wie können wir helfen?

Alexis de Tarade: Entweder das Fundraising mit Geld für die Lieferwagenmiete und die Reise nach Griechenland unterstützen: http://bit.ly/2hGeRhE, oder eine Jacke an einem der vielen Sammelpunkte spenden. Wir sammeln die Jacken in London, Amsterdam, München, Innsbruck, Wien und Athen ein. Exakte Adressen gibt es, sobald wir sie haben. Da könnt ihr die Jacken dann auch hinschicken lassen. Genaues dazu erfahrt ihr, wenn ihr Outdoorrunde oder uns auf Facebook folgt. Solltet ihr spezielle Fragen haben, könnt ihr euch auch direkt an uns wenden: dannyburrowsphotography@gmail.com oder alexis@ridewithlocal.com

Habt Ihr Euch Ziele für das Fundraising gesteckt?

A. d. T.: Wir wollen 500 oder mehr Jacken sammeln und noch weitere Winterbekleidung, also Mützen, Socken, Unterwäsche. Dann wollen nach Griechenland fahren und die Klamotten den Flüchtlingen und Heimatlosen überreichen. Wir hoffen, dass wir den Menschen so ein bisschen Komfort bieten können. Und dass sie sehen, dass in diesen schweren Zeiten, es auch Menschen gibt, die an sie denken, obwohl sie sie gar nicht kennen. Wir hoffen zudem, dass wir einen kleinen Dokumentarfilm und Fotos machen können. So können wir die menschliche/persönliche Seite dieser Leute zeigen. Das wird leider allzu oft vergessen. 

 

Pappschild der Flüchtlinge

Im Camp in Calais, Copyright: Riders for Refugess

Wie ist Riders for Refugees entstanden?

D.B.: Riders for Refugees wurde letztes Jahr gegründet, als ich Dokumentarfilme machte und gleichzeitig im „Dschungelcamp“ von Calais als Freiwilliger arbeitete. Als der Wintereinbruch kam, hatte ich die Idee, dass meine alten Freunde aus der Snowboard-Community wasserdichte und warme Kleidung sammeln könnten, um sie diesen Leute zu spenden. Es war überwältigend: Unterstützt von der Onboard Crew, von Burton UK, Jo Fairweather von Factory Media und Tosh Mitsu in Chamonix kam so viel Material zusammen, das wir es kaum verteilen konnten. Mit der Hilfe meiner Partnerin Joy konnten wir das ganze Material in den Camps verteilen.

Was mir in Calais auffiel: Es gibt einfach so viele NGO’s in den Camps, die direkt an der Basis arbeiten: Zum Beispiel die Refugee Community Kitchen oder Leute die ihre medizinische Fachkenntnis teilen, Konstrukteure die Schutzräume bauen und Lehrer die ihr Wissen, ihre Sprachkenntnisse und ihre Liebe weitergeben. Die Großzügigkeit dieser Organisation der vielen Freiwilligen, die helfen, ist wirklich sehr inspirierend.

Danke Danny, Danke Alexis für den kurzen Einblick und viel Erfolg! Unterstützen könnt ihr die Beiden unter  Riders for Refugees.

 

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BAM BOO BASTI – Mit dem Bambusrad auf Weltreise http://outdoorrunde.de/mit-dem-bambusrad-auf-weltreise/ http://outdoorrunde.de/mit-dem-bambusrad-auf-weltreise/#comments Thu, 22 Dec 2016 15:10:27 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4157 Weltenbummler, Explorer, Abenteurer…Menschen, die so bezeichnet werden, haben eines gemeinsam: Sie wollen aus ihrer Umgebung, ihrer Komfortzone ausbrechen, um Neues zu entdecken. Für eine bestimmte Zeit alles hinter sich lassen…Familie, Freunde, Job…das ist der Preis, den Abenteurer zu zahlen haben. Heute bin ich mit Basti Gutmann verabredet. Basti könnte auch so ein Abenteurer sein. Vor kurzem […]

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Weltenbummler, Explorer, Abenteurer…Menschen, die so bezeichnet werden, haben eines gemeinsam: Sie wollen aus ihrer Umgebung, ihrer Komfortzone ausbrechen, um Neues zu entdecken. Für eine bestimmte Zeit alles hinter sich lassen…Familie, Freunde, Job…das ist der Preis, den Abenteurer zu zahlen haben.
Heute bin ich mit Basti Gutmann verabredet. Basti könnte auch so ein Abenteurer sein. Vor kurzem bin ich über ein Video von ihm bei Facebook gestolpert. Darin plaudert er darüber, dass er mit einem Bambusrad auf Weltreise gehen möchte. Für mich Grund genug, um mich mit Basti mal für ein Interview zu treffen. Auch wenn ich ihn noch nicht kenne und wir noch nicht ein Wort gesprochen haben, schießt mir direkt eine Frage durch den Kopf.

 

Mit einem Bambusrad auf Weltreise…Basti bist du verrückt? 

Vielleicht ein wenig…(lacht) Aber wer mich kennt, der weiß, das ich ab und an einmal auf verrückte Ideen komme. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen…so bin ich vor Jahren quer durch Europa getrampt und jetzt fahr ich halt mit dem Fahrrad um die Welt. Wenn ich von etwas begeistert bin, dann ziehe ich das auch durch.

Ohne wenn und aber…gilt das für alle Bereiche deines Lebens?

Ja, wenn ich auf etwas keine Lust habe, dann bin ich der Erste der wieder aufhört…auch im Job. Das Leben ist viel zu kurz, um sich zu ärgern. Ich habe es schmerzhaft erlebt, wie sich von einem auf den anderen Tag alles im Leben ändern kann. Vor ein paar Jahren habe ich bei einem Arbeitsunfall beinahe meine linke Hand verloren. Das war eine Wendepunkt für mich. Ich musste wieder ganz neu anfangen…ich hab eine neue Ausbildung gemacht, bin nach München gezogen und später habe ich mit „Hockt“ sogar meine eigene Firma für handgefertigte Möbel gegründet.

Viele Menschen haben Träume, die sie nicht verwirklichen. Zu den Menschen will ich nicht gehören

 

Dann haben deine Weltreisepläne auch Freunde und die Familie nicht überrascht?

Nee, bestimmt nicht…zum Leidwesen meines Vaters. Seit dem Tod meiner Mutter hat er schon viel mit mir durch machen müssen. Erst der Unfall und dann meine ganzen verrückten Idee…(lacht). Mein Vater sagt immer: Junge du spinnst. Ich glaube, er würde sich freuen, wenn ich ein geregelteres Leben führen würde. Also, mit einem normalen Job und Einkommen…aber mein Vater liebt mich und deshalb unterstützt er mich auch immer, egal was ich mache oder vorhabe. Und warum sollte ich eigentlich nicht mit einem Bambusrad auf Weltreise gehen?

In München sind Bambusräder gerade voll im Trend…wie bist du denn überhaupt auf die Idee gekommen, mit einem Bambusrad auf Weltreise zu gehen? 

Das war reiner Zufall…eine große Rolle spielt aber sicherlich meine Affinität zu Holz. Ich arbeite unheimlich gerne mit nachwachsenden Materialien. Und das Thema „Nachhaltigkeit“ liegt mir besonders am Herzen. Und als ich gelesen habe, dass man Räder aus Bambus bauen kann…war klar, aus welchem Material mein Rad gebaut sein soll. Was mich besonders fasziniert, ich kann mein Rad auch noch selbst bauen. Als ich den Jungs von BAM Original von meiner Idee erzählt habe, waren die direkt begeistert und haben gesagt…Basti, bau bei uns dein Fahrrad auf, wir unterstützen dich. Anfang 2017 geht’s dann los…bei Mario von RitzelKitzel werde ich mein Bambusrad aufbauen.

Du bist gerade mit deinem Rennrad zum Interview gekommen, willst du mit einem Bambus-Rennrad starten?

Das geht nicht…es wird ein Tourenrad, also eher etwas Gemütliches. Das Rad muss praktikabel sein, man darf eines nicht vergessen: Das Bambusrad ist mein Fortbewegungsmittel für eineinhalb Jahre…es ist dann praktisch mein Leben. Deshalb muss es top auf mich abgestimmt sein…da kommen dann noch jeweils vorne und hinten zwei Packtaschen dran. Mein ganzes Gepäck soll direkt am Rad befestigt werden. Ich habe mich bewusst gegen einen Anhänger entschieden, weil ich der Meinung bin, dass ein Anhänger, auf Strecke gesehen, zusätzlicher Ballast ist.

…und das dein Bambusrad auf der Weltreise vielleicht den Belastungen nicht standhält, machst du dir da keine Sorgen?

Ich habe volles Vertrauen in Bambus. Wer sich ein wenig in das Thema Bambusräder eingelesen hat, der weiß, dass die Bikes richtig stabil sind und viel aushalten. Kaum zu glauben, das Bambus ein Gras ist, oder?

Seinem Baugefühl vertrauen und los geht’s –Basti gehört zu den Menschen, die einfach loslegen und ihr Glück in die Hand nehmen. Je länger man ihm zuhört, je mehr ist man selbst von seinem Projekt begeistert. Diese positive Grundeinstellung und seine gute Laune sind beinahe schon ansteckend. Ich frage mich, ob Basti wirklich alles gut durchdacht hat…ich glaube, da muss ich noch einmal nachhaken. 

Basti, hast du eigentlich einen Plan, oder fährst du einfach drauflos?

Ich würde tatsächlich am liebsten einfach losziehen ohne Plan, denn dann erlebst du die tollsten Geschichten und lernst die interessantesten Menschen kennen. Wer beispielsweise einen All-Inclusive-Urlaub bucht, der wird nie Land und Leute kennenlernen. Doch genau das will ich aber. Bei einer Weltreise, wie ich sie jetzt vorhabe, geht es leider ohne Planung nicht. Das geht schon los mit entsprechenden Dokumenten, die ich benötige, um in Länder überhaupt einreisen zu können. Dann möchte ich meine Reise filmisch dokumentieren. Ich werde sehr viele Videos produzieren, mein Wunsch ist, dass ich nach meiner Reise einen Dokumentarfilm produzieren kann.

…du planst deine Reise durch 23 Länder, beschreib doch mal grob deine Route.

Es geht los über Österreich nach Slowenien durch die Balkan-Länder bis in die Türkei. Dann gehts über den Iran nach Pakistan, Indien, Bangladesch, Mianmar, Thailand, Malaysia, Singapur…ich möchte soviel wie möglich über Land reisen. Nach Australien werde ich dann ins Flugzeug steigen und wie ich nach Neuseeland komme, steht noch nicht fest, vielleicht mit dem Schiff. Danach werde ich die Südhalbkugel wieder verlassen und nach Kanada fliegen. Von dort geht’s dann die komplette Westküste hinunter bis San Franzisco. Anschließend von West nach Ost durch die USA…langweilig wird mir nicht..(lacht). Dann steige ich mal wieder ins Flugzeug und fliege nach Marokko und über Spanien, Frankreich, Italien und die Alpen zurück nach Deutschland.

Hast du mal geschaut, wieviel Kilometer das insgesamt sind?

Wenn ich alles richtig gerechnet habe, dann sind das ungefähr 35.000 Kilometer. Ich habe mir vorgenommen am Tag 90 Kilometer zu fahren…dann wäre ich so ungefähr eineinhalb Jahre unterwegs. Mein Ziel ist es in Europa so 120 -140 Kilometer am Tag zu fahren und in den Ländern, wo die Straßen schlechter sind, dann halt entsprechend weniger Strecke pro Tag zu machen. Ich möchte einfach einen Puffer haben, der es mir ermöglicht, auch mal einen Tag etwas weniger zu fahren. Du weißt ja nie was passiert…du kannst krank werden, dein Fahrrad geht kaputt oder ich komme an einen Ort, wo ich sage…hier gefällt es mir, hier bleibe ich ein paar Tage.

Deine Reise startet am 28. Mai und deine Reise ist auf eineinhalb Jahre ausgelegt, warum 18 Monate? Du könntest dir doch auch zwei Jahre Zeit lassen. 

Das ist ganz einfach zu erklären. Wenn ich die Tour in eineinhalb Jahren fahre, dann bin ich immer im Sommer unterwegs. Ich fahre im Sommer durch Europa und wenn ich dann auf der Südhalbkugel ankomme, ist dort auch wieder Sommer. In Australien und Neuseeland überwintere ich dann praktisch, bis ich im Frühling wieder auf die Nordhalbkugel wechsle. Wenn alles nach Plan läuft, dann bin ich im Oktober 2018 wieder zurück in München.

Neben Land und Leute kennenlernen, was ist dir besonders wichtig, wenn du mit deinem Bambusrad auf Weltreise bist? 

Mein Ziel ist es, so umweltbewußt wie möglich meine Reise zu gestalten. Das Thema „ökologische Nachhaltigkeit“ liegt mir dabei besonders am Herzen. Was mich wirklich freut und stolz macht, ist, dass ich mit der Organisation „Plant for the Planet“ zusammenarbeiten darf. So möchte ich während meiner Reise 40 Bäume pflanzen. Praktisch mein Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise. Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch nicht zu spät ist. Und wenn man Organisationen, wie „Plant for the Planet“ unterstützen kann, dann sollte man das auch machen. Dafür kann man einfach nicht genug Werbung machen.

Ich muss kein Buch mitnehmen. Ich bin Teil meiner eigenen Geschichte, da ich jeden Tag soviel erleben werde

 

So ein Projekt kostet auch Geld. Finanzierst du alles oder nimmst du Sponsoren mit ins Boot?

Also, mit BAM Original habe ich schon einmal einen wichtigen Sponsoren gewonnen. Klasse wäre natürlich, wenn ich noch Material-Sponsoren bekommen könnte. So brauche ich für mein Fahrrad noch Komponenten, wie Bremsen, Antrieb usw. und toll wäre es auch, wenn ich noch Sponsoren für Zelt, Schlafsack finden könnte. Mal sehen, wie die Sponsorensuche noch verläuft. Ich bin jedenfalls zuversichtlich. Mit einigen Firmen bin ich bereits im Gespräch.  Auf der Eurobike habe ich mit mehreren Unternehmen gesprochen und alle fanden mein Projekt interessant. Zum einen, weil ich möglichst umweltbewußt reisen möchte und zum anderen, weil ich mit einem Bambusrad fahre. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht sogar der Erste bin, der mit einem Bambusrad auf Weltreise geht. Aber das ist mir auch egal, im Mittelpunkt meiner Reise wird die ökologische Nachhaltigkeit stehen. Aus diesem Grund ist es mir auch wichtig, dass ich Sponsoren finde, die umweltbewusst, nachhaltig und ressourcenschonend produzieren.

Eineinhalb Jahre aus vier Gepäcktaschen zu leben, ist schon ein sehr sportliche Herausforderung. Gibt es eigentlich irgendetwas, was du unbedingt mitnehmen musst, obwohl es vielleicht packtechnisch unvernünftig wäre? 

Nein, das gibt es nicht. Ich brauche nichts Materielles auf einer Reise, das habe ich schon beim Trampen durch Europa festgestellt. Erste Priorität ist: Ich muss etwas zu trinken haben…zweite Priorität: ich brauche ausreichend zu essen und wenn ich dann noch ein Dach über dem Kopf habe, bin ich glücklich. Alles andere ist mir egal.

Das ist doch die richtige Einstellung, denke ich mir. Basti scheint einen Plan zu haben, zumindest einen groben. Und das sollte auch reichen. Wir werden definitiv weiterverfolgen, wie es Basti bei seinen Reisevorbereitungen und dann natürlich auf seinem Weg um die Welt geht. Basti, danke für das Interview und alles Gute!

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Schlittenhunde und die ewige Weite http://outdoorrunde.de/schlittenhunde/ http://outdoorrunde.de/schlittenhunde/#respond Fri, 16 Dec 2016 12:58:25 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=4098 Schlittenhunde waren nicht das, wovon Silvia Furtwängler schon immer geträumt hat. Viel mehr begann alles mit einem Hund, der sie beim Fahrradfahren begleiten sollte. Doch irgendwann bestritt sie ihr erstes Rennen als Schlittenhunde-Führerin und irgendwann zog sie nach Norwegen, wegen der Schlittenhunde und dem Leben, das man da führen kann. Heute ist sie eine der […]

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Schlittenhunde waren nicht das, wovon Silvia Furtwängler schon immer geträumt hat. Viel mehr begann alles mit einem Hund, der sie beim Fahrradfahren begleiten sollte. Doch irgendwann bestritt sie ihr erstes Rennen als Schlittenhunde-Führerin und irgendwann zog sie nach Norwegen, wegen der Schlittenhunde und dem Leben, das man da führen kann. Heute ist sie eine der besten Schlittenhunde-Führerinnen der Welt – eine Musherin, wie es im Fachjargon heißt.

Silvia Furtwängler

Copyright: Silvia Furtwängler

Bei eisiger Kälte, zum Teil tagelang, mit den Schlittenhunden durchs Nirgendwo fahren…worin liegt der Reiz?

Mir geht es darum, eins zu sein mit der Natur und den Hunden. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, aber immer wieder schön.

Muss man ein bisschen verrückt sein, um Schlittenhunde-Führerin zu sein, oder?

Verrückt sind für mich Menschen, die mit einem Fahrrad ohne Helm durch den dicksten Verkehr einer Grossstadt fahren. Daher ist ‚ein bisschen verrückt sein‘ für mich eine Sache der Definition. Ich finde, dass das was ich mache, gehört zu meinem Leben dazu und daher ist es für mich nicht verrückt. Man muss eher leidensfähig sein.

Für mich sind nur Schlittenhunde-Rennen interessant, die ich noch nie gefahren bin

 

Warum musst Du Dich mit anderen bei Rennen messen, würde es nicht auch einfach ausreichen, dies als Hobby zu machen? Wo liegt da der Unterschied?

Es gibt natürlich viele Hobby-Musher, die auch an Rennen teilnehmen, aber Profi-Musher sind Menschen, die an einem Punkt in ihrer Hobby Laufbahn angekommen sind und sich fragen, wohin geht der Weg. mach ich so weiter wie bisher, oder wage ich den Sprung und widme mich voll und ganz dem Sport, mit allem wenn und aber. Bei mir geht es nicht darum, sich mit anderen zu messen. Für mich sind in der Regel immer nur Rennen interessant, die ich noch nie gefahren bin. Habe ich ein Schlittenhunde-Rennen mal bestritten, fahre ich es selten ein zweites Mal. Das ist für mich so wie bei einer Expedition, hast du es einmal geschafft, schaut man schon nach dem nächsten Abenteuer

Deine Schlittenhunde müssen fit sein, um die Strapazen durchzuhalten, wie sieht es mit Dir aus…wie hält du dich fit?

30 Hunde jeden Tag zu füttern, morgens und abends, jeweils 30 Kilo durch einen Zwinger schleppen, der entweder glatt oder voll mit Schnee ist, das hält schon fit. Krafttraining brauch ich keines mehr. Im Sommer unternehme ich sehr viele Touren zu Fuß, so dass ich fit bin, um acht oder mehr Stunden auf dem Schlitten zu stehen.

…und wie hältst Du Dich warm?

Mit sehr guter Bekleidung. Nur bin ich sowieso keine Frostbeule und fühle mich bei – 20 Grad sehr wohl.

Schlittenhunde-Führerin Close Up: International dog racing from Toliatii to Kazan - Volga Quest. Podgori - Sengeley 110 km

International dog racing from Toliatii to Kazan – Volga Quest. Podgori – Sengeley 110 km

Du stehst bei so einem Schlittenhunde-Rennen, mitunter stundenlang, alleine auf dem Schlitten…wie schafft man es, immer konzentriert zu sein?

Dadurch, dass man nicht nur steht und auch sehr viel mithilft, bleibt man schon wach.  Wenn ich mal nachlasse, dann singe ich, das weckt mich wieder auf und erst recht die Hunde (lacht). …Ich kann nicht singen…

Schlittenhunde-Rennen und der weite Weg zur Toilette

An was denkst Du, wenn Du über Stunden mit den Schlittenhunden durch diese weiten Landschaften fährst? 

Ich denke wirklich nicht viel, immer nur von Checkpoint zu Checkpoint. An das, was ich im nächsten Checkpoint erledigen muss. Gedanken an zu Hause und an alles was nichts mit dem Rennen zu tun hat, die verwerfe ich, die stören nur.

Wie sieht das eigentlich aus, wenn du mal auf die Toilette musst…hält man da einfach an und bindet die Hunde an einen Baum? 

Cool, das stelle ich mir gerade vor. Das Problem: Dort wo ich bin, gibt es ja nur selten Bäume und ein 16-Hunde-Gespann bindet man nicht einfach mal an. (lacht) Nein, in der Regel verkneife ich das stundenlang. Sollte es wirklich nicht mehr gehen, ziehe ich mir die Hose während des Fahrens runter und versuche, beim Wasser lassen, nicht von den Kufen zu fallen. Bis jetzt habe ich es immer noch ohne Sturz geschafft.

International dog racing from Toliatii to Kazan - Volga Quest. Podgori - Sengeley 110 km

International dog racing from Toliatii to Kazan – Volga Quest. Podgori – Sengeley 110 km

Du lebst in Norwegen, bist aber Deutsche…was denken die Norweger über Dich, wenn sie hören, dass Du Profi-Musherin bist…schütteln die mit dem Kopf und denken, diese verrückte Deutsche? 

Nein, hier in Norwegen gibt es noch sehr sehr viele von meiner Sorte – nicht Deutsche aber Norweger.

Du hast ca. 40 Hunde, kannst Du Dir ein Leben ohne Hunde eigentlich vorstellen? 

Nein

Hundepause für den Nachwuchs der Schlittenhunde

Copyright LEDlenser

Wer die Hardangervidda kennt, der weiß, wie einsam es dort ist, gerade im Winter…was fasziniert Dich an der Einsamkeit?

Für mich bedeutet es Stille und Frieden, auf sich selbst gestellt zu sein. Eins sein mit der Natur, ein irres, tolles Gefühl, das ich nicht mehr missen möchte.

Ich habe die Hardangervidda schon ein Paar mal durchwandert. Mich fasziniert immer diese Weite, dieses nicht eingeengt sein…Wie geht es Dir da?

Mir geht es da wie dir. Alleine wenn ich schon hier aus meinem Fenster raus schaue, diese unendliche Weite sehe, wo man weiß, so schnell ist da keiner. Hier habe ich das Gefühl, ich kann frei Atmen.

Nachtarbeit der Schlittenhunde-Führer

Copyright: LEDlenser

Wie orientierst Du Dich? Es gibt für euch Muster in dieser weiten Landschaft nicht viele Anhaltspunkte…

Ich habe da so einen innerlichen Kompass und scanne oft die Landschaft und ob man es glaubt oder nicht, es gibt viele Anhaltspunkte, man muss sie nur sehen und erkennen.

Ob nun bei einem Rennen oder einer Trainingsfahrt, immer kann mal etwas passieren…wie verhält man sich in so einem Fall…hast Du eine Leuchtrakete oder ein Satelliten-Telefon mit? 

Wen ich ganz alleine bin, habe ich einen Spot bei mir und Leuchtraketen. Mit dem Spot kann ich über Satellit Nachrichten verschicken, wenn ich in Not bin. Dieser sendet dann die genauen GPS Daten.

Wie finanziert sich Euer Leben? Wir konnten lesen, dass Du allein für das Tierfutter Ausgaben von 1000 Euro im Monat hast? Das muss eine Menge mit Leidenschaft zu tun haben…

Ja, oft haben wir das alles selber finanziert, mit viel arbeiten gehen. Ich gebe Seminare und „Dia-“Vorträge und ich schreibe ja noch Bücher. Der Vorteil als Profi-Musher ist aber auch, dass immer mehr Firmen auf mich aufmerksam werden und mich unterstützen möchten. Nichts anderes als bei andern ProfiSportler. Im Moment sind es LEDlenser und Dr. Clauder’s. Beide ermöglichen mir, dass ich mir für diese Winter Saison keine Sorgen machen muss.

Danke Silvia. Wir wünschen Dir für die kommende Wintersaison und natürlich auch für die Folgenden alles Gute! Silvia Furtwängler findet ihr hier oder hier

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Copyright Titelbild: LEDlenser

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Nicola Thost: So lernen Kinder Snowboarden am besten http://outdoorrunde.de/so-lernen-kinder-snowboarden-am-besten/ http://outdoorrunde.de/so-lernen-kinder-snowboarden-am-besten/#comments Wed, 07 Dec 2016 11:39:10 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=3991 Wie lernen Kinder am besten Snowboarden? Dazu fragen wir am besten mal Nicola Thost. Warum? Weil Nicola nicht nur  Teilnehmerin der Freeride World Tour ist, gelebte Snowboard-Freestyle-Geschichte verkörpert mit Olympiasieg, zweifachem Titel bei den Burton US Open und mehrfacher Snowboarderin-des-Jahres-Auszeichnung; Nicola gibt ihr Wissen auch gerne und ohne Starallüren weiter. Schon seit mehreren Jahren veranstaltet […]

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Wie lernen Kinder am besten Snowboarden? Dazu fragen wir am besten mal Nicola Thost. Warum? Weil Nicola nicht nur  Teilnehmerin der Freeride World Tour ist, gelebte Snowboard-Freestyle-Geschichte verkörpert mit Olympiasieg, zweifachem Titel bei den Burton US Open und mehrfacher Snowboarderin-des-Jahres-Auszeichnung; Nicola gibt ihr Wissen auch gerne und ohne Starallüren weiter. Schon seit mehreren Jahren veranstaltet sie mit „Sprungbrett –From Local to Hero“ eine Event-Serie für Nachwuchssnowboarder.

Flyer der Sprungbrett-Tourstopps

Das sind die Sprungbrett-Termine 2017

Für Nicola ist Sprungbrett ein Herzensprojekt:

„Sprungbrett gibt es jetzt seit sechs Jahren. Das habe ich mir jetzt nicht ausgedacht, dass ist vielmehr auf mich so zugekommen. Ich habe davor für Burton und RedBull Jugendcamps organisiert, das waren aber mehr Marketing-Aktionen. Ich wollte aber lieber etwas Nachhaltigeres machen, was speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern eingehen sollte.

In den vergangenen drei/vier Jahren war das auch meine Hauptbetätigung, das aufzubauen und groß zu machen. Ich sehe in Sprungbrett ganz viel Potential.“

In dieser Zeit hat die 39-Jährige natürlich auch ganz viel über Kinder und Snowboarden gelernt. Zwar wird nicht jeder in die Snowboardgeschichte eingehen wie Nicola selbst, aber darum geht es ja auch nicht. Es geht um Spaß und sowas wie die ‚Beste Zeit‘. Und wie lernen Kinder jetzt am besten Snowboarden? Hier kommen Nicolas Tipps für Eltern und Kids:

Kind beim Boardslide

Kinder lernen schnell – erst recht bei Sprungbrett

  1. Wann ist das beste Alter, um mit dem Snowboarden zu beginnen?

Das ist so fünf oder sechs Jahre. Ich finde es sehr wichtig, das Kinder die Möglichkeit haben spielerisch das Snowboarden kennenzulernen…und im Alter von fünf oder sechs Jahren geht das am Besten.

  1. Die Gretchenfrage an eine Snowboarderin: Ski oder Board?

Das ist egal…man sollte die Kinder entscheiden lassen, woran sie mehr Freude haben. Ich kenne viele, die mit Skifahren anfangen, einfach weil du beim Lernen stehst und du das Gefühl mit der Falllinie und mit dem Speed bergab kennenlernst. Das Snowboarden finden viele dagegen frustrierend, weil man ständig auf dem Boden sitzt. Mein Patenkind ist beispielsweise ein begnadeter Skifahrer und er hat einfach keine Lust, noch etwas Neues dazuzulernen. Das ist natürlich kein Problem für mich.

Nicola Thost lehrt Snowboarden

Lernen von der Legende; Fotocredit: Mike Pilko

  1. Oder doch beides?

Was ich klasse finde ist, wenn Eltern ihre Kinder nicht zu einer Sportart zwingen, sondern sie einfach machen lassen. Wenn Kinder mal auf Ski und einem Snowboard gestanden haben, dann werden sie sehr schnell sagen, was Ihnen mehr Spaß bereitet.

  1. Wie geht’s weiter?

Wenn Eltern selber keinen Spaß am Wintersport haben, dann ist das für die Kinder auch kein Beinbruch. Klar, ist es schöner, wenn die ganze Familie gerne Wintersport betreibt, doch es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.

Allerdings muss man schon sagen, dass das Kinder prägt, wenn sie gemeinsam mit den Eltern Wintersport betreiben. Der erste Impuls kommt meistens von den Eltern. Grundvoraussetzung: Das Ganze sollte spielerisch geschehen. Diese spielerische Herangehensweise ist bis zum zehnten, zwölften Lebensjahr wichtig.

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  1. Und wenn die Ambitionen größer werden?

Ich persönlich würde nie mein eigenes Kind dazu zwingen, Sportprofi zu werden. Auf der einen Seite musst du als Sportprofi auf vieles verzichten, auf der anderen Seite erlebst du Dinge, die andere nicht erleben werden. Als Elternteil würde ich versuchen, meine Kinder so viel wie möglich zu unterstützen: Sie sollen Selbstbewusstsein bekommen, sie sollen sich ausprobieren und sie sollen sich Dinge zutrauen.

Es ist wichtig, Kinder hinter den Kulissen zu tollen Persönlichkeiten zu erziehen und dann werden sie schon ihren Weg finden. Am Ende muss sowieso jedes Kind selbst entscheiden, ob es versuchen will, in seiner Sportart der Beste zu werden.

Danke an Nicola für die feinen Tipps. Übrigens Nicolas Sprungbrett-Camps sind meistens sehr früh ausgebucht, deswegen liked einfach die Sprungbrett-Facebook-Page oder bei Instagram und bleibt auf dem Laufenden über Tourstopps, freie Plätze und Co.

 Weiterer Tipp von Nicola: Wöchentliches gemeinsames Snowboarden und Camps für Kinder gibt es bei den Shred Kids in Kooperation mit Snowboard Bayern und dem deutschen Snowboard Verband. Unterstützt werden sowohl Sprungbrett als auch die Shred Kids von der Pleasure.

(Alle Fotos freigegeben durch Nicola Thost)

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The Great Outdoors – ein Kochbuch mit Outdoor-Rezepten http://outdoorrunde.de/the-great-outdoors-ein-kochbuch-mit-outdoor-rezepten/ http://outdoorrunde.de/the-great-outdoors-ein-kochbuch-mit-outdoor-rezepten/#comments Sat, 19 Nov 2016 12:42:55 +0000 http://outdoorrunde.de/?p=3998 Irgendwas mit Spaghetti…das ist meist die Lösung nach einem epischen Tag in der Natur. Doch auf Dauer ist das auch keine Lösung – das hat sich der Koch und Outdoor-Fan Markus Sämmer gedacht und kurzerhand ein Buch geschrieben. Herausgekommen ist The Great Outdoors – ein Kochbuch mit Outdoor-Rezepten. Doch für Markus Sämmer ist The Great […]

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Irgendwas mit Spaghetti…das ist meist die Lösung nach einem epischen Tag in der Natur. Doch auf Dauer ist das auch keine Lösung – das hat sich der Koch und Outdoor-Fan Markus Sämmer gedacht und kurzerhand ein Buch geschrieben. Herausgekommen ist The Great Outdoors – ein Kochbuch mit Outdoor-Rezepten. Doch für Markus Sämmer ist The Great Outdoors mehr als nur ein Kochbuch: „Wir porträtieren hier den ganzen Lifestyle, verschiedene Sportarten und teilweise bekannte Protagonisten.“

Wie sieht Dein perfekter Outdoor-Tag aus?

Nach einem guten Frühstück voller Energie in einen aktiven Tag starten; mich den ganzen Tag draußen rumtreiben, auf einer langen Tour oder auch mal ganz entspannt beim Angeln. Abends dann am Besten mit Freunden vor dem Bus sitzen, kochen und bis tief in die Nacht am Lagerfeuer sitzen und philosophieren.

Du bist mit Deinem VW-Bus viel unterwegs und suchst meist schöne Plätze in der Natur. Wie kann man dort gesund, lecker und abwechslungsreich kochen?

Wenn man sich ein wenig darauf vorbereitet und gut organisiert startet, kann man durchaus mehrere Tage ohne Einkaufs-Möglichkeiten abwechslungsreich kochen und essen. TGO besteht ja nicht nur aus dem Buch. Ihr bekommt auch ein Booklet für unterwegs dazu. Das hilft natürlich, die Rezepte draußen – ohne das Buch – im Bus auch wirklich parat zu haben.

Kannst du uns Dein Lieblings-Outdoorrezept verraten?

Puh, da gibt es wirklich unendlich viele. Kommt auch ein wenig darauf an, in welchem Land und zu welcher Jahreszeit wir unterwegs sind. Im Sommer, z.B. auf Sardinien, liebe ich eine einfache Paella mit frischen, bunten Meeresfrüchten. Im Winter liebe ich z.B. Osso Buco oder Kaiserschmarrn. Grundsätzlich gilt, ich gehe immer gerne frisch und regional einkaufen und lasse mich so inspirieren.

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© 2017 Neuer Umschau Buchverlag, Text: Markus Sämmer, Foto: Peter Greppmayr

Mit einem VW-Bus kommt man viel rum, hast Du auch tolle Rezepte aus anderen Ländern mitgenommen?

Klar. Aber nicht alle Rezepte habe ich nur auf Reisen im VW-Bus entdeckt. So z.B. habe ich auf Bali das Mie Goreng lieben gelernt und auch einige Rezepte von Surftrips aus Marokko mitgebracht. Die habe ich alle auf Bus-Tauglichkeit getestet und so angepasst, dass sie draußen auch prima gelingen.

Jetzt sagen viele…klar, der Markus ist Koch, der kann auch beim campen super kochen, ich bekomme das nicht so hin…was entgegnest du so jemandem?

Easy. Die Rezepte sind ja bewusst eher einfach gehalten und können meist auch von kompletten Einsteigern nachgekocht werden. Auch kommen ja wegen der Möglichkeiten im Bus keine aufwändigen Verarbeitungen oder schwer zu findende Zutaten vor. Eventuelle Könnens-Lücken, wie z.B. Fisch filetieren, habe ich Schritt für Schritt als Tutorial im Buch beschrieben.

Wichtig für mich ist immer, ein scharfes und gut in der Hand liegendes Messer dabei zu haben

Der Stauraum in einem VW-Bus ist begrenzt, welche Vorräte gehören denn für Dich zur Grundausstattung?

Auch hier habe ich für euch in TGO eine praktische Pack-Liste erstellt. Die orientiert sich natürlich am begrenzten Stauraum und bietet trotzdem die Möglichkeit, Grund-Zutaten für viele der Rezepte zu lagern. Nie fehlen darf bei mir z.B. gutes Olivenöl, ein Stück Parmesan, frische Chili und Knoblauch.

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© 2017 Neuer Umschau Buchverlag, Text: Markus Sämmer

Was macht die Outdoorküche so interessant?

Das tiefe Gefühl des einfachen Lebens. Braucht es doch draußen so wenig an Materiellem, um völlig zufrieden und glücklich zu sein. Draußen zu kochen und beim Essen eine schönere Aussicht genießen zu können, als sie die meisten Restaurants je bieten könnten, das ist ein großes Geschenk!

In dem Buch gibt’s nicht nur Rezepte von Dir, sondern auch „praxisnahe Tipps zum Leben mit und in der Natur“…was muss ich mir darunter vorstellen?

Da geht es natürlich bei der Standplatz-Wahl los, auch um den Respekt vor der Natur. Es gibt auch hier wieder kleine Tutorials, wie z.B. Tipps ein rund um sicheres Lagerfeuer.

…dann ist Dir wahrscheinlich auch am Lagerfeuer die Idee zu The Great Outdoors dem Kochbuch mit Outdoor-Rezepten gekommen?

Nein, die Idee hatte ich bereits viele Jahre im Kopf. Sie wurde vor fast 15 Jahren geboren, als ich nach Jahren in der Münchner Spitzengastronomie ein Jahr mit einem Camper durch Australien getourt bin.

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Foto: Anne Fischer

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Foto:Steffen Schulte-Lippern/ studio-steve.de

Du bist geprüfter Medien- und Showkoch, wie passt das ausgerechnet mit einem Outdoor-Kochbuch zusammen?

Das passt sehr gut zusammen. Ich bin zum einen Koch, aber auch Outdoor-Sportler mit Leib und Seele. Meine Erdung ist es, Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Hier wohne und lebe ich meist in meinem VW-Bus und da braucht es natürlich auch praxisnahe Rezepte, die hier mit den Möglichkeiten umsetzbar sind.

Die Rezepte sind bewusst einfach gehalten und können auch von Einsteigern nachgekocht werden

 

Ein Outdoor-Kochbuch ist jetzt keine Idee, die es noch nicht gegeben hat. Was macht The Great Outdoors so besonders?

„The Great Outdoors“ ist viel mehr als ein Kochbuch. Wir porträtieren hier den ganzen Lifestyle, verschiedene Sportarten und teilweise bekannte Protagonisten. So wird z.B. der neue Focus-Bikepark in Oberammergau vorgestellt und wir waren mit dem mehrfachen Eiskletter-Weltmeister Markus Bendler draußen unterwegs. Auch gibt es diverse nützliche Tipps rund ums draußen sein und Kochen.

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Foto: Steffen Schulte-Lippern/ studio-steve.de

Von der Idee, bis zum Buchdruck – wie viel Zeit ist ins Land gegangen?

Wie gesagt, die Idee gab es schon lange in meinem Kopf. Aber vom konkreten Beginn der Produktion nach dem Vertrags-Abschluss mit dem Verlag sind es bis zum Druck knapp 1 ½ Jahre intensive Arbeit gewesen.

Ihr habt eine sehr aufwändige Produktion mit einem großen Kreativ-Team am Start gehabt. Wie bekommt man so etwas umgesetzt?

Wir hatten sehr viel Unterstützung von Freunden und Gleichgesinnten. TGO ist nur durch den Einsatz aller Beteiligten zu dem geworden, was es nun ist. Ein Buch, das große Lust macht sofort loszuziehen. Den Spitzen-Fotografen Steve von studio-steve.de habe ich auf einem Industrie-Job kennengelernt, wir wollten immer so ein gemeinsames Projekt machen und so entstanden dann auch die ganz besonderen Bildstrecken. Bei der Ausstattung der Shootings hatten wir mit Maloja und Globetrotter zwei starke Partner an Board. Die Partnerschaft bezieht sich aber vor allem auf eine Vertriebs-Kooperation.

Anmerkung: 
Noch könnt ihr „The Great Outdoors“ noch nicht kaufen. Erst ab Januar 2017 ist das Buch auf der Webseite The Great Outdoors und im Buch- und Onlinehandel zu bekommen. Für Infos dazu könnt ihr auch The Great Outdoors auf Facebook folgen, Markus freut sich bestimmt.

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